Die Frankenwald-CSU will ein Pilotprojekt in Kronach und Lichtenfels auf den Weg bringen, um die ärztliche Versorgung zu verbessern. "Eine gute ambulante Versorgung ist für den ländlichen Raum von großer Bedeutung und ein sehr wichtiges Instrument, um den demografischen Wandel in der Region beherrschbar zu machen. Deshalb wollen wir einen veränderten Zugang zum Ärzteberuf für regionale Bewerber", teilt CSU-Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner in einer Pressemitteilung mit.

Durch den veränderten Zugang zum Ärzteberuf will die Frankenwald-CSU den Ärztemangel in der Region nachhaltig bekämpfen. Die Überlegungen orientieren sich dabei am Modell der Bundeswehr, für deren potenzielle Ärzte bei der zentralen Studienplatzvergabe ein bestimmter Anteil reserviert sei. Wie groß eine solche Quote denn im Einzelnen sein müsste, sollte mit allen verantwortlichen Kräften aus der Region abgestimmt werden, erklärt Baumgärtner.
Die Herausforderung aus Sicht der Frankenwald-CSU besteht darin, dass Bayern wegen der bestehenden bundeseinheitlichen Regelungen nicht als einziges Land den Studiengang Medizin ganz oder teilweise aus dem zentralen Vergabeverfahren herausnehmen und damit die Zulassungsbeschränkung (Nummerus Clausus) aufheben kann.

Deshalb schwebt Baumgärtner vor, bestimmte Personengruppen gar nicht erst unter das bundesweite, zentrale Verteilungsverfahren fallen zu lassen. Dem Kreisvorsitzenden sind "die erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken" durchaus bewusst, handelt es sich doch um eine Berufszugangsregelung. Die vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Hürden für etwaige Einschränkungen seien dementsprechend sehr hoch. Die Frankenwald-CSU ist aber überzeugt, mit einem möglichen Pilotprojekt einen denkbaren Ansatzpunkt gefunden zu haben. "Das ist das erste Mal, das jemand einen Vorschlag auf den Tisch legt", spricht Baumgärtner ein Thema an, das schon seit längerer Zeit wie ein Damoklesschwert unter anderem über dem Landkreis Kronach hängt.

Übernahmeverpflichtung

"Diejenigen, die in den Genuss eines reservierten Platzes bei der Vergabe kommen, müssten sich allerdings im Gegenzug für einen noch zu bestimmenden Zeitraum für die Übernahme einer Landarztpraxis verpflichten. Vorrangig sollen Bewerber aus der Region zum Zuge kommen. Sie sollen unabhängig vom Abiturschnitt - aber mit einer Aufnahmeprüfung an der Universität - das Studium aufnehmen dürfen. Wir wollen jungen Menschen, die mit unserer Heimat verbunden und in den meisten Fällen in der Vereinen verwurzelt sind, wirkliche Perspektiven aufzuzeigen", betont Baumgärtner.

Die Frankenwald-CSU will nun ihren Vorschlag an die zuständigen Ministerien und das Kabinett schicken. Mitunter wurde Baumgärtner mitgeteilt, dass diese Idee einen gewissen Charme versprühe. Aber natülich weiß er, dass dieses Thema "eine dickes Brett ist, das wir das bohren".