"Böse Menschen haben keine Lieder" heißt es in einem geflügelten Wort, das aus einem Gedicht von Johann Gottfried Seumes entstanden ist. Und schon deshalb herrschte Harmonie im Kulturzentrum in Wallenfels, als zum Herbstkonzert fünf Chöre und eine Blasmusik die Herzen der Zuhörer mit ihren Liedern begeisterten. Einen bunten, gemütlichen Abend bei Musik und Gesang hatte der Vorsitzende des Gesangvereins Cäcilia Wallenfels, Uwe Eger, versprochen und der Beifall der Gäste gab ihm am Ende Recht.
In Stimmung brachte die Besucher die Wallenfelser Blasmusik unter der Leitung von Yvonne Schütz, die zünftig mit dem "Fliegermarsch" begannen. Der beliebte "Böhmische Traum" folgte und spätestens bei "Wenn der Wein blüht" waren alle beim Konzert angekommen. Der "Bozner Bergsteigermarsch" beendete den rein instrumentalen Teil des Herbstkonzertes.
Einen besonderen Empfang bereitete der Gesangverein Cäcilia Wallenfels unter der Leitung von Yvonne Schütz den Gästen. "Willkommen" schallte es von der Bühne - "Ihr sollt willkommen sein". Nicht nur beim Konzert, auch im Leben sollte es sie geben, die Wunder und deshalb ist das Lied "Wunder gibt es immer wieder" von Katja Ebstein auch nach Jahrzehnten noch aktuell. Genauso wie "Über den Wolken" von Reinhard Mey. Gerade jetzt in der grauen Novemberzeit möchte man über den Wolken entfliehen. Wie schön ein reiner Männerchor klingen kann, bewies der Gesangverein 1928 Oberrodach. Unter der Leitung von Sascha Reimann brachten sie mit "Der Löwe schläft heut Nacht" ein wenig Musical-Stimmung in den Saal, bevor das "Herrliche Weinland" zu einem Glas süffigen Wein einlud. Das schnell gesungene neapolitanische Volkslied "Funiculi Funicula" kannte jeder im Saal, auch wenn es da manchmal recht eigenartige Texte dazu gibt. Bekannt ist hier "Da liegt a toter Fisch im Wasser, den mach mer hie". Besonders für dieses Konzert, das am Abend stattfand, hatten die Sänger den Spiritual "O Herr welch ein Morgen" in "welch ein Abend" umgeschrieben und den Solopart hatte Sascha Reimann übernommen.


"Rivers of Babylon" mal anders

Ebenfalls tiefe Männerstimmen klangen von der Bühne, als die Sängerrunde Eintracht Reichenbach ihr erstes Lied anstimmte. Die "Rivers of Babylon" in einer etwas anderen musikalischen Bearbeitung sorgte für Applaus. Mit der russischen Volksweise "Legende von den 12 Räubern" besser bekannt mit der Liedzeile "Zum Herrgott wollen wir beten" kamen die Stimmen besonders gut zur Geltung. Baptist Treml kam mit seiner "Ziehkatz" beim Lied "der Mensch" zum Einsatz und beim "Reichenbacher Lied" erhielt er noch Begleitung durch Dieter Scherbel an der Gitarre.
Zur Abwechslung mal wieder Frauenstimmen im Chor - die Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn begeisterte mit Stefan Reuther und seiner Trompete bei der irischen Volksweise "Es klingt ein Lied". Chorleiterin Karina Klaumünster begleitete ihre Sänger und Sängerinnen mit dem Akkordeon und so klang der "Colonel Bogey March" durch den Saal im Kulti. Die guten Beziehungen der Chöre untereinander wurden dann im Lied "Als Freunde kamen wir" besungen.
Schlager und gefühlvolle Lieder bot der Gesangverein 1868 Teuschnitz den Zuhörern. Unter der Leitung von Bernd Jungkunz wurde es rührig bei "Spiel noch einmal für mich, Habanero" und Jugenderinnerungen wurden bei "I am sailing" von Rod Stewart wach. Zu den absoluten Lieblingsliedern vieler Besucher, auch unserer Reporterin, gehört "The Rose" von Bette Midler in der deutschen Fassung "Die Rose" gesungen. Immer wieder schön, egal welcher Chor es singt. Den Abschluss bildete der Gospel "Oh happy day", bei dem Bernd Jungkunz als Solist glänzte. Zweiter Bürgermeister Erich Mähringer dankte den Organisatoren und Mitwirkenden für das gelungene Konzert. "Ihr habt die Frankenwaldhöhen und Frankenwaldtäler zusammengebracht und damit einen bunten Herbststrauß an Melodien gebunden", sagte er. Nach dem Konzert unterhielt das Duo Tschito und Lasse das Publikum und lud zum Tanz ein.