Die Fußball-Nationalspieler wurden in Augsburg erst vom Hagel ausgebremst, dann bei Starkregen zu so mancher Rutschpartie eingeladen. Eine Unwetterfront bahnte sich am Wochenende ihren Weg über Deutschland. Auch im Frankenwald zuckten die Blitze, grollte der Donner. Doch sowohl in der Samstag- wie auch in der Sonntagnacht kam der Landkreis Kronach glimpflich davon.

Windbruch oder überflutete Straßen? Fehlanzeige! "Im Landkreis war aus Feuerwehrsicht nichts los", erklärt Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger. Er hatte natürlich mitbekommen, dass es andernorts in der Republik massive Wetterprobleme gegeben hatte. Besondere Vorkehrungen haben die Brandschützer im Landkreis deshalb aber nicht getroffen. "Wir sind immer darauf eingestellt", erklärt Ranzenberger. "Unsere Leute sind zur Stelle, egal wann und wo sie gebraucht werden."

Auch die Straßenmeisterei Kronach hatte den Zug des Unwetters im Blick. Der Bereitschaftsdienst wurde jedoch nicht alarmiert, wie der Leiter der Straßenmeisterei, Joachim Martin, feststellt. "Mir sind keine Störungen auf unseren Straßen bekannt", blickt er zurück.

Dennoch war sein Team darauf eingestellt, schnell auszurücken. Denn nicht nur Windbruch kann bei Unwetter für kritische Situationen auf den Straßen sorgen. "Wie schnell ist so ein Einlaufschacht zugespült?", stellt Martin eine rhetorische Frage. Er denkt nicht nur an Dreck, der von den Äckern auf die Fahrbahn gespült werden kann und so nach und nach die Schächte bedeckt. Auch von Wind und Regen abgerissene Blätter können auf diese Weise dafür sorgen, dass es auf den Straßen plötzlich Land unter heißt.

Doch die dunklen Wolken meinten es in den Nächten zum Sonntag und zum Montag gnädig mit der Landkreisbevölkerung. So wurden in der Wetterstation von Hermann Henniger in Lauenstein in der Samstagnacht 27 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde gemessen. Ein starker Regen, aber kein extremer. Ein richtiges Unwetter kann 50 und mehr Liter erreichen.

Glück hatten auch die Veranstalter des Musikfestivals "Festung rockt" am Samstag in Kronach. Als die Show gegen Mitternacht ihrem Ende entgegen ging, blitzte es bereits rund um die Kreisstadt. Die Musiker und Zuhörer bekamen zwar Regen ab, blieben aber von den Gefahren des Gewitters verschont. Der Leiter des veranstaltenden Jugendtreffs "Struwwelpeter" war sich dessen allerdings nicht immer sicher. "Ich habe Mails bekommen, in denen von Hagel in Coburg und Starkregen in Steinbach am Wald die Rede war. Und da liegen wir ja eigentlich dazwischen", blickt er auf bange Stunden zurück. "Die Wettermeldungen hatten auch nicht optimistisch gestimmt. Da habe ich schon geschwitzt."


Rechtzeitig von der Bühne

Alle Einsatzkräfte und Helfer vor Ort seien deshalb speziell auf den Fall der Fälle vorbereitet worden, was zu tun wäre, sollte ein Sturm das Konzert stören. Sie mussten ihr Wissen allerdings nicht anwenden. "Um 0.30 Uhr zuckten die ersten Blitze - gerade nachdem die letzte Band gespielt hatte", freut sich Rauch über den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung. Der Festivalbereich habe sich dann schnell geleert, so dass keine Gefahr durch das Gewitter bestanden habe. "Wir hatten Glück, aber das gehört zu einem Open Air dazu. Und wir waren ja vorbereitet", zieht der Leiter des "Struwwelpeter" eine positive Bilanz des Festivals.

Zumindest einem unserer Facebook-Nutzer hat die Samstagnacht allerdings doch Sorgen bereitet. Er schrieb uns: "Nichts mehr gesehen beim Fahren, obwohl Scheibenwischer auf höchster Stufe war. Und dann, von der Garage zur Tür, schlägt neben mir noch der Blitz ein." Doch das Gewitter hat ihn verfehlt. Glück gehabt - so wie diesmal der ganze Landkreis.