Arbeit ist angesagt: Burgl Förster, Armin Schülner, Frank Eisenbeiß und weitere Helfer bringen die Ass-Schützenhalle auf Vordermann. Es wird gekehrt, geräumt, umgestellt und sauber gemacht. An diesem Wochenende wird in der Halle schließlich nicht nur das Schützenfest stattfinden, sondern am Samstag auch die Premiere eines neuen Musikfestivals.

Die dabei zu hörenden Klänge werden aber "ein klein wenig" anders sein als die, welche sonst bei solchen Brauchtumsfesten angestimmt werden. Es handelt sich nämlich um Metal- und Rock - und das gleich von zehn Bands, die nicht nur aus verschiedenen Bundesländern, sondern sogar aus dem Ausland ihren Weg in die Bergwerksgemeinde finden werden.

Berührungsängste mit dieser Art von Musik hat man bei den Schützen nicht. Im Gegenteil: "Das ist ganz schön aufregend. Wir haben so etwas ja noch nie gemacht. Ich weiß gar nicht so recht, was auf uns zukommt. Aber wir bekommen das schon hin", meint Burgl Förster, Vorsitzende des Schützenhorts Stockheim.

Alle Hände voll zu tun

Auch ihr Stellvertreter, Ehrenvorsitzender Armin Schülner, betont, dass der gesamte Vorstand voll und ganz hinter dem Event stehe - und das trotz des erheblichen Aufwands. "Stockheim traut sich was", meint Burgl Förster schmunzelnd, zumal man nur ein harter Kern von etwa zehn Helfern sei, welche die beiden Veranstaltungen schmeißen.

Man habe klare Anweisungen von der Hauptgruppe "Iron Mask" erhalten. "Die Band hat ihre ganz eigenen Vorstellungen, was sie an Getränken und zum Essen haben möchte. Das sind schon ein paar Gänge", verrät die Vorsitzende. Auch einige Spiegel müssten noch in der Schießanlage, wo sich die Bands anziehen, aufgehängt werden, damit sie sich entsprechend schminken können.

Nach dem Konzert ist vor dem Festzug

Traditionell findet am Samstag auch die Abholung des Vorjahres-Schützenkönigs Armin Schülner statt. Während der Umbauarbeiten zwischen zwei Auftritten wird die Schützengesellschaft hierfür durch die Halle ziehen - sicherlich ein tolles Bild, inmitten der Rock- und Metalfans. Dass das Wochenende anstrengend wird, darüber sind sich alle klar. "Am Sonntagfrüh ist Aufräumen angesagt. Dann mache ich Essen für die Band. Dann müssen schon wieder Vorbereitungen für Kaffee und Kuchen getroffen werden. Schließlich ist ja um 13.30 Uhr der Festzug", erzählt Förster.

Ideengeber für das Festival waren Ausschussmitglied Frank Eisenbeiß sowie Markus Rubel, Schlagzeuger der "Black Daffodils". "Wir wollten den jungen Leuten etwas bieten. Mit diesem Festival haben wir fast ein Alleinstellungsmerkmal in einem Umkreis von sicherlich 50 Kilometern. Wir bieten zehn Bands für gerade einmal 11,50 Euro im Vorverkauf. Das ist fast lächerlich", ist sich Eisenbeiß sicher.

Ein solches Event stelle durchaus ein Risiko dar. Der Kostenaufwand sei bereits im Vorfeld immens. Da man alleine Werbekosten im mittleren vierstelligen Bereich habe, brauche man schon viele Besucher, um nicht draufzulegen. Den Zeitaufwand dürfe man gar nicht rechnen. Es gehe aber nicht um den großen Reibach, sondern darum, etwas für die jungen Leute zu tun.

Bezug zu den Schützen

Mit dem Festivalnamen "Volltreffer" wolle man einen Bezug zum Schützenfest schaffen. "Das Event soll aber auch zum Volltreffer werden. Dafür haben wir uns Mühe gegeben und viel Zeit investiert", erklärt Rubel.

Der Neukenrother ist der Organisator des Festivals, verfügt er doch über entsprechende Verbindungen zu anderen Bands. So treten neben den "Black Daffodils" und "Iron Mask" auch acht Nachwuchsbands aus verschiedenen Bundesländern auf. "Generell muss man sagen, dass alle Bands am Strang gezogen haben. Jeder war bereit, Kompromisse einzugehen", lobt Rubel die Musiker. Wegen eines Krankheitsfalls musste die Band "Echosplint" jedoch kurzfristig absagen. "Dafür sprang Furnaze aus London ein, die extra einfliegen", betont Rubel. So eine nette und gute Band habe er selten erlebt. Ihre mitreißende Performance sei der Hammer.

Er und alle Verantwortlichen sind sich einig, das Event etablieren zu wollen. Rubel resümiert: "Wir versuchen, für alle ein geiles Event auf die Beine zu stellen. Für das erste Volltreffer-Event rocken alle am Samstag."

Zeitplan am Samstag: Einlass: 15 Uhr; Ablauf: 16 bis 16.40 Uhr "Them", 17 bis 17.40 Uhr "Sound of Might", 18 bis 18.40 Uhr "Dying gorgeous lies", 19 bis 19.40 Uhr "Fastbeat Superchargers", 20 bis 20.50 Uhr "Furnaze", 21.10 bis 22 Uhr "Black Daffodils", 22.20 bis 23.20 Uhr "Iron Mask", 23.40 bis 0.20 Uhr "Contaminant", 0.40 bis 01.20 Uhr "Mortal Agony", 1.40 bis 2.20 Uhr "Infected Authoritah".

Campground: Der Maxschacht kann am Freitag ab 14 Uhr angesteuert werden. Räumung ist am Sonntag um 11 Uhr. Auf dem Campground sind Flaschen und Feuermachen verboten. Karten gibt es noch an der Abendkasse (15 Euro).