Der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner pendelte in den vergangenen Wochen teilweise täglich zwischen München und dem Frankenwald, um Kommunalpolitikern und Bürgern von seinen Plänen zu berichten. Er trat in Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen auf, er beantwortete unzählige Fragen.

Wie er selbst erklärt, ging das mitunter an die Substanz. Groß war der Zeitdruck, nach seiner Übernahme des Vorsitzes vor etwa sechs Wochen bei der FWG innerhalb von fünf Wochen den Bürgern sein Gesamtkonzept vermitteln zu müssen. Denn am 15. Dezember müssen die entsprechenden Schriftstücke in München vorliegen. "Sonst ist es aus mit den Förderungen", betont Baumgärtner.

Teilweise gab es heftige Diskussionen mit Gemeinderäten und Bürgermeistern. Es gab zahlreiche Anfragen von Bürgern. In den Versammlungen warb der Vorsitzende mehrmals um Vertrauen, wohl wissend, dass es innerhalb der kurzen Zeit schwierig sein wird, eine breite Zustimmung für sein Konzept zu erhalten. Am Donnerstagnachmittag zeigte er sich zuversichtlich, dass es damit klappen wird. "Es gibt keine andere Alternative." Zugleich betonte er, dass bei einem Scheitern die Bürger der FWG die 65 Millionen Euro für aufwendige Sanierungsmaßnahmen in den nächsten 25 Jahren werden aufbringen müssen.


Weitere Pläne

Baumgärtner hatte bei einigen Bürgerversammlungen das Gefühl, auf Verständnis für sein Konzept getroffen zu sein. Sollte sein Konzept heute abgesegnet werden, hat er bereits weitere Pläne. Dann wird er sich - wie angekündigt - auf die Suche nach einem Geschäftsführer machen. Und dabei will er auch seine Stellvertreterin, die Wilhelmsthaler Bürgermeisterin Susanne Grebner, einbinden. Ein Geschäftsführer sei erforderlich, weil sich jemand um die Verwaltung kümmern müsse. Das könne er nicht übernehmen, verdeutlichte Baumgärtner. In der Vergangenheit seien einige "Bescheide" liegen geblieben. Bevorzugen würde er deshalb, wenn er diesbezüglich auf die Kooperationen der Gemeinden zählen könnte. "Am besten wäre ein Kämmerer, der halbtags diese Aufgaben mit übernehmen könnte." Denn: "Die FWG kann nicht die Kosten für eine Ganztagesstelle aufbringen." Als Alternative denkt er an weitere Kooperationen.

Den Beitrag, den die betroffenen Haushalte der FWG in den nächsten 25 Jahren entrichten sollen - es handelt sich hierbei um eine Summe von 5000 Euro pro Haushalt - will Baumgärtner auf verschiedene Weisen einholen.
Die Bürger sollen demnach wählen können. Sie sollen die Möglichkeit haben, den Betrag beispielsweise einmalig, in Raten oder auch im Rahmen einer erhöhten Grundgebühr zu zahlen. Die entsprechenden Schreiben sollen Mitte nächsten Jahres verfasst werden.

Baumgärtner wünscht sich nun, dass möglichst alle Gemeinden für das Konzept - in diesem Zusammenhang spricht Baumgärtner immer vom Kompromissvorschlag, den er mit dem Steinwiesener Bürgermeister eingegangen ist - zustimmen. Er ist überzeugt, dass auch Teuschnitz und Reichenbach, die dem Vorhaben noch vor wenigen Tagen kritisch gegenüber standen, ihre Zustimmung geben werden. Und er hat noch einen Wunsch: Dass etwas Ruhe einkehrt und das Projekt "Sanierung der Frankenwaldgruppe" in Angriff genommen werden kann, unterstützt mit insgesamt 30 Millionen Euro Unterstützung aus dem Härtefonds, die in Aussicht gestellt sind. "Wenn wir das schaffen, haben wir einiges erreicht", ist Baumgärtner überzeugt.