Der Jugendhilfeausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung im Landratsamt den Haushaltsplan für das Jahr 2014 zur Empfehlung der Annahme an den Kreisausschuss und Kreistag weiter. Im Haushaltsplan für das Jahr 2014 wurde ein Zuschussbedarf von 3.761.200 Euro angesetzt.

Einnahmen sind in Höhe von 762.900 Euro und Ausgaben in Höhe von 4.524.100 Euro zu erwarten. Der Haushaltsplanentwurf für 2014 sieht gegenüber dem vorläufigen Ergebnis von 2013 eine Steigerung von rund 20 Prozent vor.

Doch dies dürfe nicht täuschen, sagte Stefan Schramm (Leiter des Jugendamtes), denn es gab im Jahr 2013 unplanmäßige Mehreinnahmen von insgesamt 336 363 Euro. Ziehe man diese ins Kalkül, verringere sich die Steigerung auf runde zehn Prozent. Ohne Berücksichtigung des Personalaufwands seien die Haushaltsansätze gegenüber dem Vorjahr nur um 43 200 Euro erhöht worden, was einer Steigerung von 1,57 Prozent entspreche.

"Mehr Mut"

Stefan Wicklein (FW) stellte grundsätzlich einen sorgfältigen und effektiven Umgang mit den Haushaltsmitteln durch das Jugendamt fest. Jeder Euro an Investition für Kinder und Jugendliche sei gut angelegtes Geld. Ihn störten allerdings die hohen Haushaltsansätze, die dann jedes Jahr im Ergebnis nach unten korrigiert würden, sagte er. Da sei seiner Meinung nach mehr Mut angesagt.

Stefan Schramm entgegnete, dass die Verwaltung sehr wohl bei jeder Haushaltsplanung Mut beweise. So liege man in 2014 mit einer Steigerung von 1,57 Prozent wesentlich unter den durchschnittlichen Steigerungen der vergangenen zehn Jahre (3,58 Prozent).

Es handle sich um eine sehr komplexe Kalkulation mit sehr vielen Unbekannten während des Jahres. Dies machte auch das Ergebnis für das Jahr 2013 deutlich. Hier lag der Haushaltsansatz (ohne Personalkosten) bei 2,750 Millionen und im Ergebnis wurde ein Zuschussbedarf von 2,148 Millionen Euro festgestellt. Die Differenz kam durch Mehreinnahmen von 363.363 Euro und Minderausgaben von 265.902 Euro zustande.

Dabei griff Schramm einige wesentliche Details in den Minderaufwendung heraus, so für die Vollzeitpflege fast 300.000 Euro, für die Heimerziehung von Minderjährigen rund 100.000 Euro und für die Förderung in Tagespflege sind 2013 rund 70.000 Euro weniger Aufwand, als angesetzt, angefallen.

Zahl der Pflegekinder ist konstant

Dies führe zur Reduzierung von Haushaltsansätzen in 2014, zum Beispiel bei der Vollzeitpflege, weil die Zahl der Pflegekinder (rund 65 Kinder) weitergehend konstant bleibt und für nahezu die Hälfte aller Pflegekinder ein Anspruch auf Kostenerstattung gegenüber anderen Trägern besteht und sich die aus der Anhebung der Erziehungspauschale resultierenden Mehrkosten nahezu halbieren.

Für den Bereich der Heimerziehung für Kinder und Jugendliche wird die Beendigung einiger Fälle erwartet. Mehrausgaben 2014 erwartet das Jugendamt im Bereich der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, weil im Zuge der Inklusion eine deutliche Bedarfssteigerung für den Einsatz von Schulbegleitern zu beobachten ist.

Zudem wies Schramm auf eine Tendenz zu immer mehr Kindern hin, die emotionale Störungen und psychische Problematiken aufweisen und die im Zuge einer Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder oder von seelischer Behinderung bedrohter Kinder, einer Unterstützung bedürfen.

Insgesamt sind die Pflegesätze für die Tagespflege anzuheben, weil die Zahl der Kindertagespflege steigt und weitere Qualifizierungsmaßnahmen für Tagesmütter angeboten werden müssen.

Die Aktivitäten der Jugendwerkstatt Küps können durch ein neues Konzept und Modellprojekt "Arbeiten und Lernen" wiederbelebt werden. Weil die Teilnehmer aus den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Kronach kommen, wurde eine Vertragsvereinbarung zwischen diesen Gebietskörperschaften und dem Diakonischen Werk Kronach-Ludwigsstadt-Michelau abgestimmt.

Die Stadt Coburg schließt eine einzelfallbezogene Beteiligung nicht von vornherein aus. Für den Landkreis Kronach wurde einer finanziellen Beteiligung in Höhe von insgesamt 6750 Euro zugestimmt.

Eltern wurden gefragt

Michaela Schneider vom Landratsamt (zuständig für Kindergärten und Horte) konnte eine erfreuliche Bilanz über eine Elternbefragung sowie über den Ausbau von Kinderkrippenplätzen im Landkreis Kronach vorlegen. Von 1422 angeschriebenen Eltern haben 730 Eltern eine Antwort gegeben. Aufgrund dieser Befragung wurde für Kinder unter drei Jahren eine Bedarfsquote im Landkreis Kronach von 32,2 Prozent errechnet.

Ende 2013 konnten im Landkreis 369 Krippenplätze zur Verfügung gestellt werden und im Laufe des Jahres 2014 wird das Angebot auf 446 Krippenplätze durch Ausbau weiterer Krippen ansteigen.

Damit errechnet sich eine Versorgungsquote für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren von 38,39 Prozent, womit eine bedarfsgerechte Versorgung dieser Kinder im Landkreis Kronach sicher gestellt ist. Hierüber freute sich auch Landrat Oswald Marr (SPD), der den Trägern und Kommunen im Landkreis dankte für ihr schnelles Handeln, die gesetzlichen Vorgaben innerhalb des gewünschten Zeitrahmens zu erfüllen.

Ganz spät sporteln

Kreisjugendpfleger Bernd Pflaum stellte den Mitgliedern im Jugendhilfeausschuss die neue Präventionsinitiative "Mitternachts-Sport" vor. Hierbei wird Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren kostenlos die Möglichkeit geboten, an jedem ersten Freitag im Monat zwischen 21.30 Uhr und 24 Uhr sich im Turnerheim sportlich und unterhaltsam, auszutoben. Kleine Snacks werden kostenlos gereicht.

Am Freitag, 7. März, 4. April, 2. Mai und 6. Juni heißt es immer zwischen 21.30 Uhr und 24 Uhr, vorbeischauen im Turnerheim Kronach und gemeinsam Sport treiben.Sportschuhe sollte n die Teilnehmer dabeihaben.