Wer in den nächsten zwei Wochen auf der Bundesstraße 173 südlich von Kronach unterwegs ist, muss sich gedulden. Der Grund: Die Geh- und Radwegbrücke, kurz nach der Kreuzung Richtung Autohaus Nohl, wird abgebrochen. In diesem Bereich steht für den Verkehr in jede Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Bis jetzt war die Fahrbahn auf drei Fahrstreifen eingeengt.

Die Brücke wird halbseitig abgebrochen, um die Straße nicht komplett sperren zu müssen. "Eine Entscheidung war wichtig, damit der Verkehr so schnell wie möglich wieder fließen kann", sagt Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamtes Bamberg.

Fahrzeuge, die aus Richtung Hof kommen, dürfen nicht links in die Weißenbrunner Straße Richtung Kulmbach abbiegen. Sie werden über den Kreisverkehr geleitet. Fußgänger und Radfahrer können die Haßlachbrücke oder die Ampelanlage an der Shell-Tankstelle nutzen.


Bis zu 23 000 Fahrzeuge pro Tag

Zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends reihen sich die Autos Stoßstange an Stoßstange. Bis zu 23 000 Fahrzeuge sind am Tag auf dieser Strecke unterwegs, wie Laußmann berichtet. "Die Firma ist mit allem, was sie hat, im Einsatz", versichert er. Um die Arbeiten schnellstmöglich fertigzustellen, arbeiten die Bauarbeiter auch samstags.

In zwei, spätestens zweieinhalb Wochen, soll die Brücke abgerissen und wiederhergestellt sein.
Am Montag hat das Bauamt Teile der Fahrbahn geöffnet und untersucht, wie der Zustand des darunterliegenden Betons ist. Mit dem Ergebnis: "Der Kappenbereich ist so stark geschädigt, dass der Verkehr dauerhaft eingeengt bleiben müsste", sagt Laußmann. Deshalb hat das Bauamt beschlossen, die Brücke abzubrechen, damit bald wieder alle vier Spuren befahren werden können.


Feuchtigkeit schädigt Beton

Die Ursache für die Schäden ist Feuchtigkeit, die den Beton angreift. Salze zersetzen außerdem das Material. Angst müssen Verkehrsteilnehmer nicht haben: "Die Brücke ist nicht einsturzgefährdet", sagt Laußmann. Bis zu 90 Tonnen Gewicht hält die Brücke aus. Nach dem Abbruch verfüllen die Bauarbeiter die Brücke unter anderem mit Frostschutzmaterial und stellen die Fahrbahn wieder her.

Im Jahr 1987 wurde die Brücke gebaut und 1988 offiziell eröffnet. Vor der Grenzöffnung hat die Brücke laut Projektleiter Horst Moser nur aus drei Fahrspuren bestanden. Nach dem Mauerfall erhöhte sich das Verkehrsaufkommen, ein vierter Fahrstreifen wurde nötig. Für den war die Brücke eigentlich nicht ausgerichtet. Deshalb verkürzte man die Brückenkappen immer weiter , um die Fahrbahn auszuweiten. Dadurch wurden diese mehr und mehr beschädigt.