Anna, Anika, Zélie und Farrah schmücken den großen Weihnachtsbaum im Eingangsbereich des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums mit roten Glaskugeln und Strohsternen. Zélie und Farrah helfen gerne, obwohl sie ja eigentlich "nur" Gast in Kronach sind. Ihre Heimat ist Lodève, eine Stadt mit rund 7300 Einwohnern im Süden Frankreichs.

"In unserer Schule gibt es auch einen Weihnachtsbaum. Auch Weihnachten feiern wir ähnlich wie in Deutschland. Was es bei uns aber nur vereinzelt gibt, sind Weihnachtsmärkte. Die findet man in Frankreich nur in wenigen großen Städten. Schnee fällt bei uns an der Küste fast gar nicht, höchstens mal wenige Flocken. Und die bleiben nicht liegen", erzählen Zélie und Farrah in beeindruckend gutem Deutsch.

Der viele Schnee ist es dann auch, der ihnen in Kronach mit am besten gefällt. "Aber eigentlich ist alles schön in Deutschland. Deshalb komme ich immer wieder gerne hierher", verrät Zélie. Die 14-Jährige beteiligte sich bereits im Winter 2011 am Schüleraustauschprogramm. "Ich war auch mit meiner Mutter im August dieses Jahres in Berlin. Als ich sechs Jahre alt war, war ich mit meiner Familie schon einmal in Deutschland. Vor allem meine Großeltern lieben Deutschland und haben uns schon ein wenig damit angesteckt", meint sie lächelnd.

Die Leute sind sympathisch

Zélie geht es, wie sie verrät, insbesondere darum, andere Kulturen kennen zu lernen und zu sehen, wie die Menschen woanders leben. Die Menschen in Kronach seien sehr sympathisch und gastfreundlich. Die Franzosen würden stets herzlich aufgenommen und fühlten sich willkommen. Deshalb will sie später vielleicht einmal in Deutschland arbeiten. Sie verrät: "Ich möchte eventuell Journalistin oder Diplomatin werden".

Auch der gleichaltrigen Farrah gefällt es in Kronach. "Ich mag vor allem die Architektur und die schönen alten Häuser. In Kronach kann man viel unternehmen. Wir haben schon viele Ausflüge gemacht und waren auch bei Weihnachtsmärkten", schwärmt sie und fährt begeistert fort: "Hier ist alles super. Am liebsten möchte ich noch eine Zeit hier bleiben."

Das Schulsystem ist anders

Die beiden jungen Damen sind Schülerinnen des Collège Paul Dardé in Lodève in der Region Languedoc-Roussillon, im Département Hérault. In Frankreich ist das Schulsystem anders gegliedert als in Deutschland. Die Jahrgangsstufen, in denen sie sich befinden, sind vergleichbar mit 8. und 9. Klassen in Deutschland. Untergebracht ist Farrah in der Familie von Anna Schmidt aus Au, während Zélie bei Anika Gräbner in Kronach "Quartier" bezogen hat. Auch Anna und Anika sind 14 Jahre alt. Die Gymnasiastinnen kommen mit ihren Austauschschülerinnen bestens klar.

Anna und Anika freuen sich schon sehr, wenn im März ihr Gegenbesuch in Frankreich ansteht. Anna stellt sich Frankreich "gemütlich" und vor allem "warm" vor. "Mich interessiert die französische Lebensweise und auch das andere Schulsystem. Außerdem erhoffe ich mir dadurch eine Verbesserung meiner Französischkenntnisse", meint die Neuntklässlerin und ist sich sicher, dass man am besten und meisten direkt vor Ort lernt. Ähnliche Beweggründe hat auch Anika. Durch den Austausch seien ihre Sprachkenntnisse viel besser geworden . "Außerdem ist es sicherlich nicht schlecht, wenn man Kontakte im Ausland hat. Ich möchte später vielleicht einmal in einem anderen Land studieren. Da kann das schon hilfreich sein", überlegt sie.

Der Gegenbesuch an das Collège Paul Dardé in Lodève mit 32 Schülern vom Kaspar-Zeuß-Gymnasium ist für die Woche vor den Osterferien 2013 geplant. Sehr erfreut über die Fortführung des Schüleraustausches ist die Hauptorganisatorin, Studienrätin Susanne Reber, die im März die deutschen Austauschschüler nach Frankreich begleiten wird. Sie freut sich: "Der Schüleraustausch läuft sehr harmonisch. Alle kommen bestens miteinander aus. Es macht allen Beteiligten viel Spaß."