Höchstens eine Stunde sollte die Diskussion mit dem verkehrspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag dauern. Als Ulrich Lange nach rund 90 Minuten das Kronacher Rathaus verließ, hatte die "Nachspielzeit" aus Kronacher Sicht jedoch zu einem wichtigen Ergebnis geführt. Der Abgeordnete Lange (CSU) konnte nämlich mit einer Notiz beweisen, dass er das zentrale Anliegen der Runde in sein Stammbuch geschrieben hatte. "B 173 wichtigste Maßn. in OF", las er zum Beweis mit einem Schmunzeln seine Notiz vor.

Zuvor hatten die Politiker wie auch die Vertreter der IHK Oberfranken eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig ihnen der zeitnahe Ausbau der Bundesstraße 173 ist. Um die Situation vor Ort aufzeigen zu können, hatten die Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach und Emmi Zeulner (beide CSU) ihren Kollegen nach Kronach gelotst. Als verkehrspolitischer Sprecher ist Lange nämlich unmittelbar in die Entscheidungen zum kommenden Bundesverkehrswegeplan eingebunden. Genau in dieser Planung sollen die Weichen für eine gute und zeitnahe Verkehrsanbindung der Region gestellt werden.


Die nächsten Schritte

"Es ist quasi das Evangelium zur zukünftigen Verkehrsanbindung", erklärte Michelbach die Bedeutung des Plans, der laut Lange in der elften Kalenderwoche im so genannten Referentenentwurf vorgestellt werden soll. Anschließend können noch Einwände, Alternativen oder Änderungswünsche nachgereicht werden, ehe in einem späteren Schritt über die einzelnen Maßnahmen abgestimmt werden wird. Wenn dies geschehen ist, so hoffen die Diskussionsteilnehmer aus Politik und Wirtschaft, wird es mit dem Ausbau der B 173 zügig vorangehen.
Hans Michelbach unterstrich, wie autobahnfern der Landkreis Kronach ist. "Es herrscht zweifellos Nachholbedarf", betonte er zur hiesigen Verkehrsinfrastruktur, die in seinen Augen der guten Wirtschaftsstruktur nicht gerecht wird. Er ergänzte: "Wir haben schon einzelne Erfolge erzielt, es wird aber nur ein ganzes Bild daraus, wenn die anderen Dinge folgen."

Auf derartige "Dinge" ging leitender Baudirektor Bernhard Kraus von der Regierung von Oberfranken ein. Für den Bereich Trieb/Hochstadt der B 173 stellte er den Planfeststellungsbeschluss für die Zeit nach den Sommerferien in Aussicht. Gleiches gilt auch für den Abschnitt südlich von Kronach, wo die Bundesstraßen 173 und 303 aufeinander treffen.


Nicht zu lange warten

Für heftige Diskussionen sorgte jedoch Kraus' Aussage, das Bauamt müsse mit Blick auf die Planung für Küps erst abwarten, was die Bewertung für den Bundesverkehrswegeplan bringe. IHK-Vizepräsident Hans Rebhan monierte ein seit Jahren andauerndes "gegenseitiges Abwarten". Auch Emmi Zeulner hielt eine Vorabplanung für sinnvoll, um nicht am Ende wegen fehlender Planunterlagen hinter andere Maßnahmen zurückzufallen. Und Rebhan betonte: "Abgeordnete und IHK haben gesagt, dass die B 173 das wichtigste Projekt ist."

Ins gleiche Horn stieß Hans Michelbach. Seinen Informationen nach nimmt dieses Projekt "in ganz Nordbayern die Führungsposition ein." Dass man vor dem "Nadelöhr Küps" etwas zurückscheue, sei verständlich, "doch jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen". Michael Weber und Wolfram Brehm untermauerten diese Forderung aus Sicht der IHK, Steinbachs Bürgermeister Klaus Löffler tat dies stellvertretend für die Rennsteig-Region.

Ulrich Lange freute sich, dass alle am Gespräch beteiligten Kräfte an einem Strang ziehen. "Gegen den Willen der Bevölkerung bauen Sie heute nämlich nichts mehr. Und wo keine Einigkeit besteht, da langen wir gar nicht mehr hin", betonte er mit Blick auf den Bundesverkehrswegeplan ... und griff zu Notizblock und Stift.