Eigene Geschichten mit Profis gestalten macht Spaß. Darüber sind sich die Schüler der Klasse 10 a an der Mittelschule Pressig schon am zweiten Tag ihrer Projektwoche einig. Die Grund- und Mittelschule Pressig wurde als einzige Mittelschule Oberfrankens vom Bayerischen Rundfunk (BR) für das multimediale Geschichtenprojekt "Here's my story" auserwählt.
Seit Montag arbeitet ein erfahrenes Team von Mediencoaches mit der Klasse 10 a an der Mittelschule Pressig an außergewöhnlichen Lebensgeschichten, die von den Schülern berichtet werden. Nur fünf Mittelschulen (darunter Pressig) und zwei berufliche Schulen wurden aus ganz Bayern für das Bildungsprojekt auserwählt. Groß war daher die Freude bei den Pressiger Schülern und Lehrern. Das Projekt wird von Förderlehrerin Alexandra Toll und der Klassenleiterin Gabriele Walther seit Monaten betreut. Die beiden Lehrkräfte mussten zur zweitägigen Einweisung ins BR-Studio nach München.
Der BR wird die ganze Woche, vom Montag bis Freitag, die Schüler bei der Entwicklung der Geschichten, der Auswahl passender Musik und Bildern beim Schneiden und Fotografieren, unterstützen.
Man konnte schon in den Vorbereitungen merken, wie sich bei der Beschäftigung mit der eigenen Geschichte das Selbstbewusstsein der Jugendlichen steigert, informiert die Klassenleiterin Gabriele Walther, die sich selbst überglücklich zeigt, dass die Klasse 10 a für ein solches Projekt ausgewählt wurde. Und weil man sich gut vorbereitet hatte, konnte es am Montag auch gleich zur Sache gehen. Das BR-Team, Peter Allgaier, Mischa Drautz, Sabine Felber und Farsin Behnam waren sehr pünktlich am Montagfrüh vor 8 Uhr, in der Schule angekommen. Nach einem einstündigen Vorgespräch wurden Gruppen eingeteilt und es ging an die Bearbeitung der eigenen Geschichten auf einem iPad, welches die Rundfunkprofis für jeden Schüler mitbrachten.
Im nächsten Schritt wurden drei Klassenzimmer entsprechend dem Zweck ausgestattet. Ein Klassenzimmer mit LAN- Anschluss, Beamer und Lautsprechern, ein Raum für Tonaufnahmen, in dem eine Sprecherkabine improvisiert wurde und ein weiterer Raum als Fotostudio mit entsprechender Technik ausgestattet wurde. Dann wurde mit Unterstützung der Profis die Geschichte mit Bildern, Geräuschen, passender Musik umrahmt und zugeschnitten. Die Schüler zeigten sich ganz einfach begeistert. "Das Team des BR ist sehr nett und sehr kompetent", sagen Lea Lütkenhorst, Marie Traut und Kai Gudlat in einem Gespräch. "Sie haben uns bisher alles genau erklärt. Wir sind jetzt sehr gespannt, was bei den Tonaufnahmen und beim Fotografieren auf uns zukommt." "Wollt ihr alle Journalisten werden und bei Medien arbeiten?", fragen wir. Davon sind die Schüler weit entfernt, sie haben alle schon ihre Ausbildungsstelle, Marie beim Finanzamt, Lea macht eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und Kai will Lehrer werden.


Überraschung beim BR

Trotzdem bereut es keiner, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen, denn schon jetzt sind sie überzeugt, sehr viel für die Zukunft zu lernen. Und die Leute vom BR sind sehr überrascht, wie gut sich die Schüler in das Projekt eingefunden haben. Schon nach dem ersten Tag gab es viel Lob, sagte Klassenlehrerin Gabriele Walther. "Am Montag wurden die Schüler um 16.30 Uhr nach Hause geschickt, und wir Lehrkräfte waren noch bis 17.30 Uhr mit dem BR-Team zusammen und sie meinten, ,In dieser Klasse sind nur Naturtalente, sie zeigen sehr viel Begabung für die mediale Arbeit.‘" Und sie waren angetan von den Geschichten der Schüler, von denen aber momentan noch nichts an die Öffentlichkeit kommen soll. Es bleibt also spannend. Und die Schüler sind fasziniert von der Technik, die das BR Team zur Verfügung stellt. Trotz der vielen Arbeit haben die Schüler großen Spaß und sehen der Abschlussveranstaltung am Freitag gelassen entgegen. Alle Filmbeiträge ihrer eigenen Lebensgeschichten werden im BR online gestellt.