Jede Menge Lesestoff in gemütlichem Ambiente. Keine Frage: Der lichtdurchflutete Büchertreff am Melchior-Otto-Platz mit seiner Riesenauswahl für große und kleine Bücherfreunde ist das, was man eine Bücheroase nennen könnte. Ein Schatzkästchen, in dem es sich hervorragend in aller Ruhe stöbern und schmökern lässt.

Das schätzen die rund 2500 Leser, denen in der ehemaligen Melchior-Otto-Mädchenschule seit nunmehr fünf Jahren frischer Lesespaß geboten wird. Das Jubiläum nahm der Büchertreff zum Anlass, um sich mit einer kleinen Feier bei Förderern, Freunden und natürlich den vielen treuen Kunden sowie den Ehrenamtlichen der Bücherei zu bedanken.


Die Anfänge

Pastoralreferentin Birgitta Staufer, Leiterin der Bücherei, erinnerte in einer kurzen Ansprache an die Anfänge des Büchertreffs. Vor 2008 habe man mit dem damaligen Bürgermeister Manfred Raum, der damaligen Stadträtin Cornelia Thron und dem mittlerweile verstorbenen Pfarrer Günter Hübner Gespräche geführt, wie es mit den beiden vorhandenen, renovierungsbedürftigen Büchereien weitergehen sollte. Die Entscheidung für eine einzige Bücherei sei durchaus mit Wehmut verbunden gewesen; habe sich aber letzten Endes als richtig herausgestellt.
18.000 Medien habe das Team unter anderem sortieren, etikettieren und in das System einpflegen müssen.

Doch der Aufwand habe sich gelohnt. "Der Büchertreff wächst und gedeiht seit dem ersten Tag. Er hat sich Jahr für Jahr weiterentwickelt", freute sich Staufer. Es sei stetig aufwärts gegangen, einen Einbruch habe es nie gegeben.

Im Jahr 2012 freute man sich über 17.000 Ausleihen. Diese Entwicklung sei der Unterstützung vieler zu verdanken - neben den Ehrenamtlichen insbesondere den Gönnern wie der katholischen Pfarrei St. Johannes Kronach, dem Sankt Michaelsbund, der Stadt Kronach sowie allen weiteren Sponsoren und Partnern. Ein dickes Lob zollte Staufer auch Ingeborg Endner, die alle 10 000 Bücher eingebunden hat.


Veranstaltungen für Jung und Alt

Regelmäßig initiiert der Büchertreff Veranstaltungen wie Autorenlesungen, die "Geisterstunden" im Kinder-Ferienprogramm oder die "Büchergeister" - Vorlesen für die Kleinsten im Vorkindergarten-Alter. Gerne holt man sich Anregungen von den Lesern. So dürfen diese Zettel mit ihren Buchwünschen in ein "Mitbestimmungsglas" werfen. Laut Regionaldekan Thomas Teuchgräber handelt es sich beim Lesen neben dem Schreiben und dem Rechnen um die wichtigste Kulturfertigkeit. "Die Bücherei bildet nicht nur, sondern sie ist auch ein Ort der Kommunikation und ein Haus der Begegnung", stellte er fest. Die Bücherei sei für Menschen aller Konfessionen gedacht. Ein besonderes Augenmerk lege man auf ein ansprechendes Angebot für Kinder, die durch entsprechende Bücher christlichen Glauben altersgerecht erfahren könnten.

Die Glückwünsche der Stadt Kronach übermittelte Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU), die insbesondere den idealen Standort mitten im Herzen von Kronach herausstellte. Erfreulicherweise sei Lesen nach wie vor ein beliebtes Hobby. So rangiere es in der Beliebtheitsskala an achter Stelle.

Die Diözesanbibliothekarin in Bamberg, Melanie Dirauf, freute sich über die gute Entwicklung der Bücherei, die einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung leiste.

"Was wäre die Stadt ohne ihre Bücherei?", fragte Stadträtin Cilly Volk (Frauenliste). Trotz iPad und Tablets sei es für die Menschen immer noch wichtig, ein Buch in die Hand nehmen zu können.

Weitere Glückwünsche kamen von Kerstin Emrich und Daniela Krüger, stellvertretend für die Sparkasse Kulmbach-Kronach, sowie von Thomas Kolb von der Raiffeisen-Volksbank Kronach-Ludwigsstadt. Nach dem offiziellen Teil waren alle Gäste zu einem Beisammensein eingeladen. Zudem gab es eine Verlosung für Kinder und Erwachsene sowie einen Flohmarkt.