Der Zeyerner Sportverein kommt nicht zur Ruhe. Erst drehte sich alles um den Widerstand von Teilen der Mitglieder gegen die geplante Ortsumgehung. Daraufhin gab es Krach in den eigenen Reihen. Nun gipfeln die Turbulenzen gar in einer Anklage gegen den früheren Vorsitzenden.

"Es ist Anklage zum Amtsgericht Kronach erhoben worden", teilte Oberstaatsanwalt Martin Dippold am Dienstag auf unsere Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft Coburg wirft dem früheren Vorsitzenden des DJK/SV Zeyern/Roßlach Unterschlagung und Betrug in vier Fällen vor.


Schadenssumme ist derzeit schwer einzustufen

"Gelder des Vereins sind privat verbraucht worden", erklärt der Oberstaatsanwalt den Vorwurf der Unterschlagung. Was die Betrugsfälle betrifft, gehen die Ankläger davon aus, "dass Sachen für den Verein gekauft worden sind, obwohl er diese nicht bezahlen konnte".

Die Schadenshöhe lässt sich laut Dippold bisher schwer beziffern; es sei vor allem schwer festzustellen, wie tief der vermeintliche Griff in die Vereinskasse ausgefallen sei. Insgesamt geht Dippold von einer Schadenssumme in vierstelliger Höhe aus.

"Das Gericht muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt", beschreibt der Oberstaatsanwalt den nächsten Schritt in diesem Vorgang. Sollte das Kronacher Amtsgericht der Klage stattgeben, müsse ein Termin für die Hauptverhandlung festgelegt werden. Wie eine Nachfrage beim Kronacher Gericht ergab, lässt sich hierzu momentan aber noch nichts Konkretes sagen, da die umfangreichen Unterlagen der Anklage erst noch gesichtet werden müssen.


Strafrahmen reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Haft

Sollte es zur Verhandlung kommen und ein Schuldspruch gefällt werden, steht laut Dippold für die Unterschlagung ein Strafrahmen von einer Geldstrafe bis zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe zur Debatte. Bei Betrugsfällen reicht der Rahmen von einer Geldstrafe bis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Wie Dippold weiter ausführt, ist der Vorfall in Zeyern in der Region kein außergewöhnlicher Fall. "Es kommt immer wieder mal vor", hält er fest, dass sich die heimische Staatsanwaltschaft durchaus schon öfter mit Veruntreuungen beschäftigen musste. "Sei es bei Sportvereinen, Betreuern oder anderen Personen - die Versuchung ist für manchen eben groß, wenn ihm Geld anvertraut wird", schildert er die Situation.