Ein Fachbüro hat es nun in der Hand. Dieses soll eine Machbarkeitsstudie erstellen, in der alle vier möglichen Standorte für die Atemschutzübungsanlage im Landkreis unter die Lupe genommen werden. Das ist das Fazit, das Landrat Oswald Marr nach einer Feuerwehrsitzung in dieser Woche zieht.
Vier Standorte - Kronach, Marktrodach, Stockheim und Pressig - stehen bekanntlich zur Auswahl für eine neue Atemschutzübungsanlage.
In der jüngsten Sitzung sprach sich Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger für den Standort Kronach aus, was - wie er selbst auf Anfrage bestätigt - einigen Vertretern aus dem nördlichen Landkreis nicht gefallen hat. "Für mich ist Kronach die beste Lösung, weil man dort einige Synergieeffekte nutzen kann." Diese wären gemeinsame Energie- beziehungsweise Kanalanschlüsse. Außerdem könne man durch den Neubau des Kronacher Feuerwehrhauses dort den Bau der Atemschutz übungsanlage recht schnell voranbringen. Er betont aber, dass die Atemschutzübungsanlage nicht in das Feuerwehrhaus integriert werden soll.

Wunsch: separate Lösung

Das ist auch der Wunsch zweier Kommandanten aus dem nördlichen Landkreis, nämlich Christian Wick (Tettau) und Christian Schulz (Steinbach am Wald). Beide betonen, dass sie nicht gegen Kronach als Standort sind. "Wichtig ist nur, dass die Atemschutzübungsanlage eigenständig ist, ein separater Zugang gewährleistet ist", sagt Christian Wick. Dem schließt sich Schulz an, ihm ist wichtig, dass sich in der neuen Atemschutzübungsanlage letztlich alle Feuerwehren des Landkreises wiederfinden. Noch ist man davon wohl etwas entfernt. Zwar spricht sich zum Beispiel Jörg Söllner, Kommandant aus Ludwigsstadt, nicht direkt gegen den Standort Kronach aus - auch wenn sein Wunschstandort Pressig oder Stockheim wäre -, kritisiert aber die Vorgehensweise in der jüngsten Sitzung."Das Problem war die Vorgehensweise, nämlich dass wir gleich am Anfang eine Lösung präsentiert bekommen haben", sagt Söllner. Ähnlich äußert sich ein Mitglied der Kreisbrandinspektion, das nicht genannt werden will: "Wir wurden zu einer Diskussion über den Standort eingeladen, dann wurde aber gleich am Anfang eine Lösung präsentiert. Da fühlten wir uns schon etwas auf den Schlips getreten."
Nicht ganz einverstanden dürfte - verschiedenen Äußerungen anderer Feuerwehrkammeraden zufolge - wohl auch Kreisbrandmeister Christian Müller sein, der für den Fachbereich Atemschutz zuständig und zugleich Kommandant der Teuschnitzer Wehr ist. Er selbst wollte sich am Donnerstag zu dem Thema aber nicht äußern.
Die Standortfrage beschäftigt aber nicht nur Feuerwehrleute aus dem Norden. Martin Panzer, Kommandant der Kronacher Wehr, erklärt, dass die Atemschutzübungsanlage an das neue Kronacher Feuerwehrhaus lediglich angebaut würde, dennoch aber separat wäre.
Finanzielle Vorteile, die manche Vertreter anderer Wehren der Kronacher durch einen Anbau der Atemschutzübungsanlage an ihr neues Feuerwehrhaus unterstellen, sieht er nicht. Vielmehr spricht auch er von Synergieeffekten. "Die Feuerwehr Kronach hat 28 Jahre lang ihren Dienstplan nach dem der Inspektion gerichtet", spricht er die Tatsache an, dass die Atemschutzübungsanlage so lange bereits im derzeitigen Kronacher Feuerwehrhaus integriert ist.
Den Standort Kronach favorisiert er unter anderem auch deshalb, weil die "wirkliche Zentralität doch die Kreisstadt ist. Dahin kommt jeder Feuerwehrmann mal", verweist er darauf, dass sich beispielsweise auch viele Ämter in Kronach befinden.
Ein weiterer Aspekt: Zwei Drittel der Atemschutzgeräteträger seien Mitglieder südlich der Landkreis-Mitte liegender Feuerwehren, lediglich ein Drittel komme aus dem nördlichen Landkreis.
Argumente hin oder her - die Machbarkeitsstudie, die der Landkreis als Träger der Atemschutzübungsanlage in Auftrag gibt, soll die wirtschaftlichste Lösung herausstellen und dem Kreistag die Entscheidung leicht machen.