Ab Tiefenklein plagt sich ein grauer Betonlaster mit Kulmbacher Nummernschild durch die engen Straßen des Frankenwaldes. Entgegenkommende Autos weichen in den Straßengraben aus, damit der graue Riese vorbei fahren kann. Doch dann taucht am Ende der Straße ein dunkelgrüner Betonlaster auf. Kein Durchkommen mehr. Nach dem Hin- und Herrangieren und Rückwärtsfahren hat der eine Fahrer Platz geschaffen. Millimeterarbeit ist es dennoch, an dem stehendem Lkw vorbeizukommen. Geschafft.

Doch dann kommt der Berg, der nach Wildenberg führt. Die zwölf Prozent Steigung machen es dem Riesen ziemlich schwer, hinaufzukommen. Auch für Autofahrer eine Geduldsprobe. Im ersten Gang tuckert man hinter dem Lkw her, bis er kurz vor dem Wildenberger-Ortsschild auf einen Feldweg abbiegt.

Im Minutentakt begegnet einem an diesem Tag ein Betonlaster. Entweder man fährt hinter einem her oder es kommt einer entgegen. Was geht da vor sich?


Ziel: die Windräder-Baustelle

Der Feldweg auf dem der Lkw entlang fährt, geht zuerst einmal ins Grüne. Felder, Wiesen, Wälder - soweit das Auge reicht. Doch schon von weitem sind laute Geräusche zu hören. Nach einem kleinen Waldstück bremst der Lkw und biegt rechts ab. Sein Ziel: die Baustelle der Windräder am Reinberg.

Wir fragen beim Bauherren, der MVV Energie AG aus Mannheim, nach: "Nachdem in den letzten Wochen die Zufahrtswege für den Windpark hergerichtet und die vorbereitenden Arbeiten für die insgesamt fünf Bauflächen durchgeführt wurden, haben nun die Betonarbeiten für die Fundamente der fünf Windkraftanlagen begonnen", erklärt Roland Kress, Pressesprecher von MVV Energie. Diese Fundamente würden jeweils an einem Tag gefertigt werden. 700 Kubikmeter Beton brauche man dafür. "An diesem Tag kommt es dann auch zu einem entsprechenden Verkehrsaufkommen mit Beton-Lkw", warnt Kress.

Doch mit einem Tag ist es nicht getan: Insgesamt werde der Beton an fünf Tagen angeliefert, die sich je nach Wetterlage auf die nächsten sechs Wochen verteilen können. Für Anwohner und Autofahrer könnte das zu einer Geduldsprobe werden. Denn die Betonlaster strömen aus dem ganzen Landkreis auf den Reinberg und das wirklich im Minutentakt.

Autofahrer sollten im Moment auf dieser Strecke besonders achtsam sein: Denn auf den schmalen Straßen kann es ganz schnell ziemlich eng werden, wenn ein solcher Betonlaster entgegen kommt.
Und was kommt nach den Fundamenten? "Sobald diese fertig und ausgehärtet sind, steht als nächster Arbeitsschritt die Aufstellung der Masten auf dem Bauplan", erklärt Roland Kress. Klingt nach einer ähnlichen logistischen Herausforderung.