Eigentlich hatte Marco Adler (48) von einem Leben am Tegernsee geträumt. Doch 1987 kam er nach dem Studium zum Holzbautechniker in den heimischen Betrieb zurück. Er wollte den Vater ein bisschen unterstützen. "Ich wollte nur ein Jahr hierbleiben. Aber dann hat mir die Arbeit so viel Spaß gemacht, und ich bin geblieben", erzählt Marco Adler.

Unter seiner Ägide hat sich die Zimmerei von einem Handwerksbetrieb in einen modernen Fertighaus-Herstellungsbetrieb verwandelt. "Wir haben 1994 eine Abbundstraße angeschafft. Die hatte den Wert des dreifachen Jahresumsatzes. Das war schon ein Wagnis", berichtet Adler heute und ist mit der Entwicklung zufrieden. Denn der Trend, den er vorausgesehen hat, hat sich bestätigt. Holzhäuser sind keine Zeiterscheinung geblieben, sondern haben Zukunft.

Energiebedarf ist entscheidender Vorteil


Vor allem im Hinblick auf die Energiebilanz können sie sich sehen lassen. Im Vergleich zu einem herkömmlich gebauten 70er-Jahre-Haus benötigen die Adler-Fertighäuser höchstens ein Zehntel des Energiebedarfs. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Haus lässt sich der Energiebedarf auf ein Drittel senken. Niedrigenergiehäuser werden mit Dämmungen von bis zu 45 Zentimetern angeboten. Und herkömmliche Adlerhäuser bringen es immerhin noch auf eine Wandstärke von 260 Millimetern inklusive Dämmung.

"Natürlich machen wir für unsere Kunden hier im Umkreis auch noch Zimmereiarbeiten, aber der Anteil am Gesamtgeschäft liegt sicherlich bei unter fünf Prozent", blickt Marco Adler stolz auf die Entwicklung zurück.
Er hat es bis heute nicht bereut, dass er aus dem Süden des Freistaats in den Norden zurückgekehrt ist. Das Unternehmen Adlerhaus zählt aktuell 35 Mitarbeiter, davon vier Ingenieure, Planer, Spezialisten für Holzbau. Und eine Zweitniederlassung in Habach gibt es außerdem noch - ein reiner Vertriebsstandort. Die Montage und Fertigung der Adlerhäuser geht komplett in Nordhalben vonstatten.

Im Norden fällt das Bauen schwerer


Den Unterschied zwischen dem Süden Bayerns und dem Norden kennt Marco Adler nur zu genau. So haben die Bauwilligen in den strukturschwachen Gebieten oft Schwierigkeiten, die nötigen Kredite zu bekommen; sie benötigen mindestens 30 Prozent Eigenkapital, während in Südbayern eine deutliche Wertsteigerung zu erkennen ist und sogar Hundert-Prozent-Finanzierungen vergeben werden.

Derzeit fertigt Adlerhaus in Nordhalben etwa drei Häuser pro Monat. "Das soll auch so bleiben. Wir möchten nicht die Quantität steigern", verrät Marco Adler die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Vielmehr versucht die Firma stetig, Verbesserungen im Service zu erreichen.

Drei Monate ab der Planung


"1, 2, 3 ... sorgenfrei", ist das Motto von Adlerhaus. "Natürlich geht auch bei uns mal etwas schief, aber wir reagieren sofort, wir erstellen Ablaufpläne, Zeitfenster", so Adler. Insgesamt vergehen von der Planung bis zum Aufbau rund drei Monate. "Aber das hängt natürlich von den Ansprüchen der Kunden und von den Änderungen ab", erklärt der Firmenchef. Die meisten, die den Weg zu Adlerhaus finden, möchten eine Rundum-Betreuung, aber es ist auch möglich, Eigenleistung einzubringen.

Eine Tendenz kann er derzeit zu klaren, kubischen Formen feststellen. "Bauhausstil, ein bisschen verschachtelte Formen sind im Trend. Und die Fenster passt man an: Auf der Südseite sollen die Fenster größer sein, auf der Nordseite versucht man Fenster zu vermeiden oder kleine Fenster einzubauen", verrät Marco Adler. Doch der Geschmack wandelt sich. Sobald ein Trend erkennbar ist, ist schon ein neuer da. "Wir planen sowieso sehr individuell - und das unterscheidet uns auch von anderen Anbietern, wo man nur die Fenster ein bisschen verschieben oder mal eine Wand ein bisschen versetzen kann", erklärt Adler.

Und wenn das Haus erst einmal geplant und vorgefertigt ist, dauert es nur einen einzigen Tag bis das Adlerhaus aus Holz am Wunsch-Standort aufgestellt ist.