Die Schülerbeförderung ist seit geraumer Zeit ein Brennpunkt im Landkreis Kronach. Viele Eltern haben die unzulänglichen Gegebenheiten in den Zügen kritisiert. Im Mittelpunkt der Kritik stand dabei häufig der Freitag, wenn nach Schulschluss um 12.40 Uhr die meisten Schüler auf den Bahnhof drängen. Nun ist zumindest ein Teilerfolg erzielt worden. Demnach wird ab 17. Oktober immer freitags an den bisher fünfteiligen Zug ein weiterer Dreiteiler angehängt. Damit stehen künftig quasi drei Waggons zusätzlich zur Verfügung. Für den Landkreis entstehen dadurch keine Kosten.

Bei einem Gespräch in München erläuterten stellvertretender Landrat Gerhard Wunder (CSU) und Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) führenden Kräften von DB Regio und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) die Problematik. Mit am Verhandlungstisch saßen Gerd Schörner (Geschäftsführer DB Regio Nordostbayern), David Weltzien (Regionalleiter von der DB Regio, Region Bayern), Johann Niggl (Geschäftsführer der BEG) und Johannes Schneider (Bereichsmanager bei der BEG).

Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder bezeichnete diesen Erfolg als einen ersten Schritt. Er bedankte sich bei Baumgärtner, der dieses Treffen organisiert hatte, und freute sich, dass die Verhandlungspartner die Argumente ernst genommen hätten. Durch die Ausweitung der Kapazitäten war er überzeugt, dass freitags auf der Fahrt Richtung Norden jeder Schüler möglicherweise spätestens nach Stockheim einen Sitzplatz haben könnte. Dennoch kündigte Wunder an, das komplette Konzept der Schülerbeförderung auf den Prüfstand stellen zu wollen. "Das ist letztlich alles eine Organisationsfrage", verdeutlichte er. Und wenn man irgendwo zehn oder 15 Minuten an Zeit auf dem Schulweg einsparen könne, dann werde man das tun. Den am Montag erzielten Teilerfolg bezeichnete Wunder als "eine ganz große Geschichte", die zeitlich zunächst unbefristet sei. Allerdings müsse natürlich immer die Schülerzahl als Grundlage gesehen werden. Sollte diese nicht gravierend sinken, geht Wunder davon aus, dass der Freitagszug auch über das Schuljahr hinaus achtteilig sein wird.

Jürgen Baumgärtner sprach von einem lösungsorientierten Gespräch in einer guten Atmosphäre. Dennoch räumte er ein, dass mitunter hart um den Erfolg gerungen werden musste. Umso mehr war er über das Ergebnis zufrieden. "Das ist ein Riesen-Schritt. Es kann aber nur ein Zwischenerfolg sein", kündigte er an, beim Thema Schülerbeförderung keinen Stein auf dem anderen lassen zu wollen. Für ihn steht fest, dass der Schulweg grundsätzlich nicht länger als 60 Minuten sein darf. "Und ich werde erst dann Ruhe geben, wenn wir eine signifikante Verbesserung erreicht haben."