Und einer, der einerseits glücklich über die neue Straße ist, andererseits aber auch die Vollendung dieser Maßnahme bedauert, ist Max Wilhelm. Der Elfjährige ist Anlieger und war täglich vor Ort, um den Baufortschritt zu beobachten. Durchaus kann er sich vorstellen, dass er in seinem späteren Berufsleben auch mal Straßen mit bauen wird.

Mit dem Projekt wurde ein gut befahrbarer Verkehrsweg zum Rennsteig geschaffen. Es sei die größte Baumaßnahme seit seinem Amtsantritt gewesen, betonte Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD). Und in der Tat: Für die etwa 560 Meter lange Trasse wurden 20.000 Kubikmeter Material bewegt, davon waren 16.000 Kubikmeter Fels.
Notwendig war die Maßnahme, da diese Strecke auf einer rund 200 Meter langen Teilstrecke von einer Bachmauer entlang des Trogenbachs gestützt wurde. Unmittelbar nach dem Ortsausgang war die Bachmauer eingebrochen, wodurch die Straße abzurutschen drohte.

Marode Bachmauer

Zunächst, so Ehrhardt, sei eine punktuelle Sanierung ins Auge gefasst worden. In Anbetracht dessen, dass dadurch das Problem nicht gelöst werde und auch, dass die Straßenoberfläche in einem äußerst schlechten Zustand war, sei man von dieser Lösung abgekommen.

Durch die umfassende Gesamtmaßnahme seien nun die Schwierigkeiten mit der maroden Bachmauer, der sanierungsbedürftigen Trogenbachbrücke und der schlechten Fahrbahn nachhaltig beseitigt worden. Durch die Verlegung des Trogenbachs und die Verschiebung der Straße Richtung Hang, wurden die unterhaltungsbedürftigen Bauwerke an der Trasse auf ein Minimum reduziert. Er sei überzeugt, dass dieser Teilabschnitt in absehbarer Zeit keinen Unterhaltsaufwand mehr verursachen werde.

Finanzschwache Kommune

Ehrhardt wies darauf hin, dass diese Maßnahme nicht ganz unumstritten in der Bevölkerung war. Auf Grund dessen, dass die Stadt als finanzschwache Kommune in den Genuss von FAG-Fördermitteln durch den Freistaat Bayern kam, erhielt sie für diese rund 825.000 Euro teure Sanierung 90 Prozent Zuschüsse auf die förderfähigen Kosten. Die Eigenmittel der Stadt betrugen somit 180.000 Euro. "Das Geld ist gut angelegt". Ursprünglich sei eine Vollsperrung angedacht gewesen, aber letztendlich sei immer versucht worden, den Anliegern eine Zufahrt zu ihren Häusern zu ermöglichen.

Der Geschäftsführer der bauausführenden Firma, Günther-Bau, Claus-Lutz Schreyer, sprach von einigen Stolpersteinen, beispielsweise die Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes und Wasserwirtschaftsamtes etc. im Vorfeld.