Als das Frankenwald-Gymnasium (FWG) Mitte März die Nachricht erhielt, als Pilotschule für das Projekt "Mittelstufe plus" ausgewählt worden zu sein, wurden intern sofort die Planungen aufgenommen. Jetzt, rund vier Wochen später, steht fest, wie viele Schüler aus der jetzigen siebten Jahrgangsstufe im nächsten Schuljahr die "Mittelstufe plus" besuchen werden. Das Projekt bietet den Schülern die Möglichkeit, den Stoff der Mittelstufe von drei auf vier Jahre auszudehnen.

Der Wunsch der Schulleitung war es, dass sich so viele Schüler für das Projekt bewerben, um zwei Klassen im neuen und zwei weitere im bisherigen System bilden zu können. Und tatsächlich ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. "Von 101 Schülern der siebten Klassen haben sich 59 für die Mittelstufe plus entschieden", betont stellvertretender Schulleiter Alf Merkel. Hinzu kommt ein Schüler aus dem Kaspar-Zeuß-Gymnasium, der laut Merkel allerdings vorrangig gewechselt ist, weil er den Wirtschaftszweig am FWG besuchen möchte. Durch diese Anzahl sei das FWG in der glücklichen Lage gewesen, Schüler nicht abweisen zu müssen, wie es laut Merkel in anderen Einrichtungen der Fall gewesen ist. "Alle Schüler haben auch nachvollziehbare Begründungen angegeben", geht Merkel auf die Absichtserklärung ein, die die Schulleitung von den Bewerbern gefordert hatte. Demnach ging es ihr darum, dass die Schüler die gewonnene Freizeit beispielsweise für Aktivitäten in Vereinen nutzen werden.

Weil zwei 30 Schüler starke Klassen zwar zulässig, aber unter Umständen pädagogisch nicht immer sinnvoll sind, hat sich das FWG etwas Besonderes einfallen lassen. "In Kernfächern werden wir drei 20er Lern-Gruppen bilden", betont Merkel. Diese Verkleinerung der Klassen in den Fächern Deutsch, Englisch, Latein und Französisch soll ein effektiveres Lernen ermöglichen.

Durch die Verlagerung einzelner Nebenfächer aus den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 in die Jahrgangsstufe 9+ kommt es in der "Mittelstufe plus" zu einer Reduzierung der Fächer- und Stundenzahl pro Jahrgangsstufe gegenüber dem Regelzug. In den Jahrgangsstufen 8, 9 und 9+ findet somit generell kein regulärer Nachmittagsunterricht statt. Das FWG wird beispielsweise in der achten Jahrgangsstufe das Fach Geografie streichen und zu Gunsten von Kunst auf Musik verzichten. Die hierbei gestrichenen Fächer werden dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

In der "Mittelstufe plus" werden die Schüler in der Regel nur 30 Wochenstunden (in den Jahrgangsstufen 8, 9, 9+) beziehungsweise 32 in der Jahrgangsstufe 10 besuchen. Dabei findet nur einmal - in der zehnten Klasse - verpflichtend Nachmittagsunterricht statt.

Alf Merkel freut sich insbesondere auch über die Zusammensetzung der "Mittelstufe plus"-Klasse. Gab es im Vorfeld die Befürchtung, das Angebot könnte vor allem von schwächeren Schülern angenommen werden, so habe sich diese nicht bestätigt. "Die Mischung ist wunderbar", verweist der stellvertretende Schulleiter auch auf sehr gute und gute Schüler, die für sich die Option "Mittelstufe plus" gezogen haben.