"16 Firmen hatten die Ausschreibungsunterlagen angefordert, sieben haben Angebote abgegeben", erläuterte Stefan Ströhlein vom Ingenieur-Büro SRP die Situation. Die Angebotsspanne reichte bis zu 546 000 Euro. Das letztlich gewählte, günstigste Angebot war ein so genanntes Nebenangebot, das sich also teilweise von der Ausschreibung unterschieden hat, aber als technisch gleichwertig und um rund 15 000 Euro günstiger eingestuft wurde.


Tragfähigkeit zwölf Tonnen

Die derzeit für Fahrzeuge bis zu 16 Tonnen freigegebene Brücke wird nach ihrer Fertigstellung für bis zu zwölf Tonnen freigegeben werden, wie Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) auf unsere Anfrage feststellte. Mit diesem Bauwerk verknüpft sah sie zwei kleinere, vorgelagerte Brücken über den Mühlgraben, die nach ebenfalls einstimmigem Beschluss durch Durchlässe ersetzt werden sollen. Neue Brücken hätten jeweils 80 000 Euro gekostet, die Durchlässe werden für zusammen rund 59 000 Euro von der Firma Bau-Service Stefan Pfadenhauer aus Hesselbach errichtet. Diese Durchlässe zählen dann auch nicht mehr zu den prüfungspflichtigen Bauwerken, was Folgekosten spart. "Es wäre ein Witz, wenn wir diese beiden Brücken mit drei Tonnen Zulassung wieder herstellen, während die Brücken davor und dahinter auf zwölf Tonnen ausgelegt sind", stellte die Bürgermeisterin fest.

Markus Albrecht vom Ingenieurbüro IVS ging auf ein weiteres Bauvorhaben ein. "Es ist eine Maßnahme, die uns jetzt schon über zehn Jahre beschäftigt", betonte er. Bereits im Jahr 2003 hatte die Stützmauer in der Alten Poststraße auf der Tagesordnung des Gremiums gestanden. Nun sollen in dieser Angelegenheit im wahrsten Sinne des Wortes endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Durch ein patentiertes Vernagelungsverfahren soll das sanierungsbedürftige Bauwerk wieder abgesichert werden.

"Die Mauer ist in einem schlechten Zustand, sie hat sich nach außen gebaucht, Risse haben sich eingestellt, die Fugen sind aufgegangen", so Albrecht. Die inzwischen durchgeführte provisorische Befestigung der Mauer soll nun hinfällig werden, weil das neue Vernagelungsverfahren eine Festigkeit herbeiführen kann, die im Prinzip der eines Neubaus gleicht. Wie Albrecht schilderte, wird eine Neuverfugung vorgenommen, der dann Ankerbohrungen durch die Mauer folgen. Anschließend werden Lastenverteilungselemente geschaffen und dann Zement und Zementsuspension eingebracht. Letztlich hat die eigentliche Mauer mehr oder weniger nur noch einen Schalungscharakter. Sie muss dann kaum noch den Druck durch das Erdreich mittragen. "Die Mauer sieht am Ende so aus, wie sie immer ausgeschaut hat", erklärte Albrecht.


Die Straße wird gesperrt

In drei bis vier Wochen - in denen die Straße gesperrt werden muss - soll die Maßnahme abgeschlossen sein. "Zirka 50 Quadratmeter Mauer sind zu sanieren." Einstimmig stimmten die Räte diesem Konzept zu.

Die CSU hat einen Gemeindeentwicklungsausschuss vorgeschlagen", monierte Gerhard Eidelloth (CSU), dass eben dieser Ausschuss bei der Besprechung der Geschäftsordnung von der Tagesordnung verschwunden war. Sein Fraktionskollege Jochen Gleich verwies darauf, dass dieser Ausschuss langfristige Entwicklungen beobachten sowie mittel- und langfristige Ideen für die Gemeinde Wilhelmsthal erarbeiten sollte. "Visionen für die Zukunft", titulierte er das Ziel. Seine Parteikollegin Petra Öhring erläuterte zudem, dass auch ehrenamtlichen Aktivitäten in der Gemeinde über dieses Gremium koordiniert werden könnten.

Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) pflichtete ihnen bei: "An die Zukunft zu denken, ist grundsätzlich eine gute Idee." Ob es dafür jedoch einen eigenen Ausschuss brauche, zweifelte sie an. Sie verwies auf Negativbeispiele aus der Vergangenheit, als Ausschüsse eingeführt worden waren, die dann nie wirklich tätig geworden oder schnell eingeschlafen sind. Und Themen wie den demografischen Wandel oder die langzeitige Entwicklung der Gemeinde hielt sie im Gesamtgremium oder den anderen Ausschüssen für besser angesiedelt.

"In der Fraktion finden wir, dass wir diesen Ausschuss nicht brauchen", unterstrich Matthias Barnickel (SPD/FB). Es sei ohnehin schon ein Ausschuss mehr vorgesehen als früher, "und die Leute sind schon genug eingespannt". Sein Fraktionskollege Stefan Montag ging auf Gleichs Vorgabe ein, dass ein solcher Ausschuss mit hochmotivierten Personen besetzt werden müsse: "Haben wir sechs Leute, die mit Leib und Seele dahinter stehen?" Letztlich konnten die CSU-Räte das Gremium jedoch davon überzeugen, dem "Gemeindeentwicklungsausschuss zur Analyse und Fortentwicklung der Gemeinde" eine Chance zu geben.


Die Besetzung

Die vier Wilhelmsthaler Ausschüsse wurden wie folgt besetzt: Rechnungsprüfungsausschuss: Gerhard Eidelloth, Klaus Sesselmann, Petra Öhring (alle CSU), Marcus Buckreus (FW), Franz Büttner, Matthias Barnickel (beide SPD/FB); Bauausschuss: Klaus Sesselmann, Jochen Gleich, Jürgen Hempfling (alle CSU), Udo Prell (FW), Stefan Pfadenhauer, Stefan Montag (beide SPD/FB); Finanzausschuss: Heinrich Förtsch, Jochen Gleich, Werner Gareis (alle CSU), Marcus Buckreus (FW), Artur Welsch, Stefan Pfadenhauer (beide SPD/FB); Gemeindeentwicklungsausschuss: Petra Öhring, Heinrich Förtsch, Oswald Letsch (alle CSU), Martin Wachter (FW), Stefan Pfadenhauer, Franz Büttner (beide SPD/FB).