"Die Ausstellung macht Spaß. Der dunkle Gang ist besonders toll. Da kann man durch das kleine Loch reinkrabbeln", sagt die kleine Carla Mörtl ganz aufgeregt. Minutenlang spielt sie dort mit ihren Brüdern Lorenz und Henry. Doch nicht nur die Kleinen haben an der Ausstellung "Festungen - Frankens Bollwerke" ihre Freude. Vater Martin Mörtl freut sich, dass auf der Festung Rosenberg keine verstaubte Geschichte gezeigt wird, sondern etwas, das Jung und Alt auch unterhält.

"Man merkt, dass die Leute vom Haus der Bayerischen Geschichte Vollprofis sind", lautet sein Eindruck. Und er ist überzeugt, aus dieser Ausstellung etwas lernen zu können. Diese Erfahrungen aus Kronach will der Mann vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in seine Arbeit einfließen lassen, die 2013 bei der nächsten Landesausstellung in Schweinfurt gebraucht wird.

Dort wird er auf einen (inzwischen) guten Bekannten der Festungsbesucher treffen, Projektleiter Michael Nadler vom Haus der Bayerischen Geschichte. Auch für ihn wird die Lan des ausstellung "Main und Meer" (9. Mai bis 13. Oktober) die nächste Wirkungsstätte sein. Mit seiner ersten Arbeit als Organisator der Bayern-Ausstellung in Kronach hat er dafür einen guten Grundstock gelegt, wie er selbst findet.

"Wir waren hier sehr erfolgreich", lautete sein Fazit nach rund fünf Ausstellungs-Monaten. "Die Besucherzahl kann sich sehen lassen", ging er auf die 32 500 Gäste ein, die bis gestern gezählt wurden, ehe um 17.30 Uhr der Vorhang fiel. Allerdings fiel er nicht für immer! "Nur eine Leihgabe müssen wir abbauen, eine Fußfessel. Alles andere kann hier so bleiben - das ist sehr ungewöhnlich", unterstrich er, dass es mit der Schau weitergehen wird.

Dass hiermit das Festungsnutzungs- und museale Konzept der Kreisstadt greift, hob Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) hervor. "Der Kreis schließt sich somit - die Festung lebt", freute er sich über die gute Perspektive, einen Besuchermagnet in den Mauern des Bollwerks behalten zu dürfen. "Touristisch gesehen sind wir auf dem richtigen Weg", fügte Beiergrößlein hinzu. Die Schau selbst sei für ihn eine "ganz tolle Geschichte" gewesen, die wohl auch dem Projektleiter als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis bleiben werde.

Bürger zeigten Engagement


Das bestätigte Nadler, der das Engagement der Kronacher Bevölkerung für diese Ausstellung sehr lobte. Kein Wunder also, dass er versicherte: "Ich bleibe Kronach immer verbunden." Dass sein Fachwissen bei der Fortführung der Ausstellung fehlen könnte, befürchtet Nadler nicht. Die Kronacher Beteiligten, allen voran Alexander Süß (fachlicher Betreuer der Schau seitens der Stadt), seien bestens für diese Aufgabe gerüstet. Und Süß versprach schon jetzt: "Man kann neugierig sein, es wird noch einiges Spannendes kommen." Schließlich sei so manches auf der Festung durch die Ausstellung aus einem Dornröschenschlaf geweckt worden. "Das hat zu einer Energie, einer Bewegung geführt, die sich in den nächsten Jahren hoffentlich fortsetzt."

Davon ist Kerstin Löw, die Leiterin des Tourismusbe triebs der Stadt, fest überzeugt. Sie erklärte, dass die Schau ab dem 1. März 2013 wieder zugänglich sein soll. Dann werde man nach einer leichten Umkonzeptionierung wohl noch stärker den regionalen Aspekt herausarbeiten. In der städtischen Sammlung gebe es hierfür schließlich noch viele interessante Objekte.

Festung und Cranach


Matthias Weniger vom Bayerischen Nationalmuseum in München hielt gestern den Schlussvortrag. Er war beeindruckt vom touristischen Weg, den die Kreisstadt eingeschlagen hat. "Es wird jetzt mit Kronachs größten Pfunden gewuchert - mit der Festung und mit Cranach."