Mit knapp 2,9 Millionen Euro will der Landkreis den Ölschnitzsee und dessen Umfeld in Windheim attraktiver gestalten. Die Verwaltung im Landratsamt wurde am Montag vom Kreistag beauftragt, alle zur Umsetzung notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings: Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt einer Förderung von zirka 1,7 Millionen Euro. Sollte diese Summe gravierend abweichen, soll der Landrat in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden über eine Projekteinstellung entscheiden. Nach den Worten von Landrat Klaus Löffler (CSU) wird der Förderantrag zurzeit geprüft.

Kämmerer Günther Daum ging auf die Pläne konkreter ein. Demnach sind am Freizeitsee neue Liege- und Erholungsflächen vorgesehen. Zudem sollen Spielbereiche für Kinder, ein barrierefreier Zugang zum See sowie ein Gebäude mit Sanitäranlagen geschaffen werden. Weiterhin ist an Wohnmobilstellplätze gedacht. In Verbindung damit soll das Areal um den See mit Wasser, Abwasser und Strom erschlossen werden.

Vom Abwasserpumpwerk am Parkplatz des Freizeitsees, so Daum, soll eine rund 1500 Meter lange Abwasserdruckleitung errichtet werden, die in den öffentlichen Abwasserkanal in Windheim mündet. Rund 381 000 Euro wird der Landkreis hierfür investieren.

Daum sprach davon, dass die Fernwasserversorgung (FWO) für 2019 den Bau einer Fernwasserleitung vom Rennsteig nach Windheim plant. Im Zuge dieses Projektes soll auch der Kanal mit verlegt werden. Die Gemeinde Steinbach am Wald, so Daum, wird für 40 Jahre die Unterhaltskosten tragen.

Der Steinbacher Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) hob die Anziehungskraft des Freizeitsees hervor. Aber vieles müsse renoviert werden. Er sei deshalb dem Privatinvestor und dem Landkreis dankbar, dass diese sich hier mit einbringen. Die Pläne sollen ab nächster Woche öffentlich ausgelegt werden.

"Das Projekt hat sich kostenmäßig nach oben entwickelt - aber es muss uns das wert sein", betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Rauh.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Stefan Wicklein, riet dazu, schon jetzt an die Vermarktung zu denken. Und Gerhard Wunder (CSU) fragte nach, ob sich der See im Landschaftsschutzgebiet befinde - und ergänzte: "Ich hoffe, wenn im Süden was passiert, dass dann die Kollegen aus dem Norden auch dahinterstehen."

Im Landschaftsschutzgebiet

Und tatsächlich: Der See befindet sich im Landschaftsschutzgebiet. "Den See kann man nicht verlegen", verdeutlichte aber der Landrat. Und Altlandrat Heinz Köhler erklärte, dass dieses Areal beim Bau des Sees noch kein Landschaftsschutzgebiet gewesen sei. Weitaus spannender dürfte es vor diesem Hintergrund werden, wenn es dann um die Pläne des Betreibers vor Ort geht, der sein Angebot unter anderem um Übernachtungshöhlen erweitern möchte. Doch das war in dieser Sitzung kein Thema.

Peter Ebertsch (CSU) anregte unabhängig davon an, den Liegebereich auszubauen. Doch Jens Trebes (SPD) bremste: "Ich würde es schäbig finden, wenn man an dieser Fläche Wald wegnehmen würde. Der Wald fügt sich hervorragend ins Gesamtbild ein."

Landrat Löffler stellte auch in Aussicht, dass nach dem Umbau des Freizeitsees bezüglich des Radwegebaus ein Lückenschluss zum Rennsteig geschaffen werden soll. Und er betonte: "Der Ausbau des Freizeitsees wird für den gesamten Landkreis ein Meilenstein."

Bedarf an Wohnraum wird analysiert

Zukunftscoach Gabriele Riedel ging auf die Wohnbedarfsanalyse ein. Es sei ein Berliner Institut beauftragt worden, die Daten auszuwerten. Sie nannte einige aktuelle Eckdaten auf dem Wohnungsraummarkt. Demnach liegt der Mietpreis im Landkreis bei durchschnittlich 5,75 Euro pro Quadratmeter. 39 Wohnungen seien 2016 fertiggestellt worden. "Eigentlich ist der Bedarf an Wohnraum gedeckt, aber es besteht eine qualitative Zusatznachfrage." In der Wohnraumbedarfsanalyse wird man sich unter anderem mit der Bevölkerungsentwicklung, mit Bauland, sozialem Wohnungsbau und Wohnungsmarktprognosen beschäftigen. Im Februar 2019 sollen die Ergebnisse vorgestellt werden, so Riedel.

Gemeinsame Leitlinie

"Was machen wir dann mit den Daten?", fragte Björn Cukrowski (FDP). "Es wird eine gemeinsame Leitlinie erstellt", antwortete Landrat Klaus Löffler (CSU). Stefan Wicklein (FW) sprach von unterschiedlichen Gegebenheiten im Landkreis, diese sollten beim Konzept mit berücksichtigt werden. "Wir haben in Wallenfels keine Möglichkeit, Bauland auszuweisen", ging Bürgermeister Jens Korn (CSU) die Problematik in seiner Stadt ein. "Wir müssen uns von innen her entwickeln." Er sprach von einem schwierigen Weg und möglichen Konkurrenzsituationen, vor allem wenn die Nachbargemeinden Bauland vorweisen können. Deshalb forderte er: "Wir müssen gemeindeübergreifend denken."

Bezahlbarer Wohnraum

Attraktiver Wohnraum müsse auch bezahlbar sein, so sein Steinwiesener Kollege Gerhard Wunder (CSU). Investoren wollten aber Renditen. "Es ist ein Riesenproblem. Investoren gehen an Gebäude nicht ran, weil sich die Umbaukosten nicht amortisieren", so die Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber (CSU).

Das Tettauer Oberhaupt Peter Ebertsch (CSU) stellte klar, dass nicht nur in der Kreisstadt, sondern auch im Norden adäquate Wohnungen fehlen. Ihm schwebt die Belebung von Werkswohnungen vor. Zudem sollte man die Kräfte von Industrie und Kommunen bündeln.

"Wenn es keine privaten Investoren gibt, dann müssen wir selber einsteigen", betonte Bernd Liebhard (CSU). Fakt sei, dass gerade im Hinblick darauf, dass sich der Landkreis zu einer Hochschulregion entwickelt, Wohnungen für junge und ältere Menschen benötigt werden. Und Jens Trebes (SPD) schlug vor, im Zuge der Analyse die Verkaufsbereitschaft von Eigentümern von Grundstücken oder leer stehenden Häusern auszuloten.