Registrieren, vernehmen, protokollieren - viel mehr kann die Polizei bei Diebstahldelikten derzeit kaum leisten. Weil sich ein Ansatz für Ermittlungen oft nur schwer finden lässt. Und wenn sich einmal eine heiße Spur auftut, bleiben den Beamten die Hände immer dann gebunden, wenn das Diebesgut ins Ausland verfrachtet worden ist. So geeint ist Europa doch noch nicht, dass ein Kripobeamter zur Ermittlung eines Sachverhalts mal schnell in Ungarn anruft. Geht nicht, heißt es auf Nachfrage im Münchner Landeskriminalamt. Das verbiete die derzeitige Gesetzeslage. Im Umkehrschluss bedeutet das für Langfinger aus dem europäischen Osten, das Diebesgut muss nur rasch genug über die Grenze gebracht werden.

Und das scheint sich immer mehr herumzusprechen. Die geradezu explodierende Zunahme von Diebstahl -und Einbruchdelikten in Mittelfranken in den letzten Wochen macht das deutlich. Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden ist denkbar gering, das Risiko mithin kalkulierbar. Klar, dass so immer mehr Täter angelockt werden. Und die überlassen inzwischen längst nichts mehr dem Zufall. Gestohlen wird das, was verkauft werden kann, beziehungsweise das, was zuvor regelrecht bestellt worden ist.Angesichts einer solchen Entwicklung muss natürlich die Frage aufkommen, ob die Aufnahme von Bulgarien oder Rumänien in ein Europa ohne Grenzen sinnvoll war. Aus Polizeikreisen ist zu hören, dass man den Informationsaustausch mit der Polizei in diesen Ländern zu vermeiden sucht, um mögliche Täter nicht zu warnen.

Korruption ist an der Tagesordnung. Wenn dem so ist, sollte die Politik unsere Polizei personell wenigstens so ausstatten, dass sie wieder imstande ist zu ermitteln. Ein Staat, der das Eigentum seiner Bürger nicht mehr schützen kann, stellt sich selbst in Frage.