Es gibt ja so Leute, die können sich in einen Bus setzen, zwei Sekunden später einschlafen und kurz vor der richtigen Haltestelle wieder aufwachen. Wahrscheinlich würden die sich auch stehend während eines Motörhead-Konzerts ein Nickerchen gönnen.

Dann gibt's die anderen, die nur bei exakt 18 Grad, absoluter Dunkelheit sowie einer Kissenhöhe von maximal acht Zentimeter eindösen. Wenn Sie sich eher zur zweiten Gruppe zählen, ist "Couchsurfing" wohl nicht Ihr Ding. Denn wer sich in diesem Netzwerk mit mittlerweile drei Millionen Mitgliedern anmeldet, darf auf weltweite Gastfreundschaft bauen, kann sich aber die Bedingungen nicht immer aussuchen.

Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte, allerdings birgt manche alte Couch mehr Leben in sich als der Nürnberger Zoo. Wer zudem am Frühstückstisch seine Ruhe braucht, sollte sich gut überlegen, ob er sich in einer WG sächsischer Rhetorik-Studenten einquartiert oder in einer indischen Großfamilie.

Doch viele Reisende stören sich nicht an solchen Kleinigkeiten, Schweden schlummern auf schwäbischen Schlafsäcken, Russen ruhen an der Ruhr, Chinesen dösen in den Vogesen - alles für lau, das Internet macht's möglich. Ein Schläfchen für den Weltfrieden? Es gab schon schlimmere Visionen.