Blöd, wenn man am Donnerstagabend eher zufällig beim Vorentscheid zum Grand Prix hängenblieb - und sich völlig grundlos freute. Denn da spielte, sprang und barfüßelte "LaBrassBanda" über die Bühne, schnell, erfrischend, als einzige völlig playbackfrei.

Sicher hatten die Oberbayern schon bessere Lieder und doch war ihr bayerischer Gypsy Brass so angenehm anders, hatten die Lederhosenträger sensationell die Herzen der Fernsehzuschauer und ganz Radio-Deutschland erobert. Doch leider kam auch eine bräsige Jury mit Roman Lob und Mary Roos zu Wort. Die gönnte LaBrassBanda nur einen Punkt und bekannte sich zu einem pummeligen Eurodance-Sternchen, das sicherheitshalber das Siegerlied vom Vorjahr nachahmte. Das reicht vielleicht für einen achten Platz in Malmö und wird fünf Minuten nach dem Auftritt wieder vergessen sein.

Es wäre schön gewesen, einen von kurzen Röcken und belanglosen Liedchen dominierten Eurovisionsabend ein wenig aufzumischen. Wie hätten ausländische Kommentatoren reagiert aufs brachiale Baierisch der Hochgeschwindigkeitsblasmusiker? Musik, die im Vorentscheid selbst Preußen packte. Der Sieger Cascada liefert hingegen den Soundtrack zum Bügeln oder zum Einschlafen. Aber vielleicht wird gerade das vom Grand Prix erwartet.