Spätestens seit Hape Kerkelings Wanderbericht "Ich bin dann mal weg" sich millionenfach verkauft hat, ist die Reise ans Grab des Heiligen Jakob zu einem Massenevent geworden. In Scharen zieht es die Deutschen seit den Reiseschilderungen des Komikers auf den Jakobsweg.

Ohne langes Nachdenken fallen mir fünf gute Bekannte ein, die den Weg gepilgert sind. Allesamt Menschen, bei denen der letzte Kirchenbesuch schon eine Weile zurück liegen dürfte. Längst haben sich Reisetouristen unter die religiösen Pilger gemischt, auf der Suche nach Abwechslung.

Hat Kerkeling aus dem Jakobs- einen Hapeweg gemacht? Ich denke nicht, denn die Pilger machen ihre eigenen Grenzerfahrungen: Anstelle eines ständig klingelnden Handys und einer bequemen Couch treten Einsamkeit und körperliche Strapazen. Etwas Abstand zu unserem modernen Leben tut mancher Seele gut.