Das Wort kann kein Franke aussprechen, und wenn er es könnte, würde er es nicht tun wollen: Reichsdeputationshauptschluss. Hä? Dieses Wortungetüm erblickte am 25. Februar 1803 das Licht der Welt und bedeutet nichts anderes als die Zwangsehe zwischen Franken und Bayern.

Weil Bayern bei den Kriegen gegen Napoleon seinen Landbesitz links des Rheins verlor, sprach der Reichstag dem Freistaat einen großen Teil Frankens zu. Ein Bombengeschäft, das den Bayern durch die Auflösung der reichen kirchlichen Besitzgüter im Zuge der Säkularisation regelrecht vergoldet wurde. Aber nicht nur deswegen und aus fränkischer Sicht ist der 25. Februar annodazumal von Bedeutung. Seltsame Dinge wie die Kirchensteuer, die das Finanzamt einzieht, oder der Bischof, der sein Gehalt vom Staat bezieht, lassen das Jahr 1803 bis heute nachwirken.

Der 25. Februar ist wegen eines zweiten Ereignisses ein Denk-Tag für alle Freiheitsfreunde: Am 25. Februar 1923 beendeten französische Truppen die Freiheitsträume im "Flaschenhals" am Rhein. Rund um Lorch war nach dem Ersten Weltkrieg ein schmaler Streifen Land vergessen, weder von französischen noch von deutschen Truppen besetzt worden. Vier Jahre gab es den "Freistaat Flaschenhals". Das ist ein Name, der auch den Franken und ihrer Weinkultur ganz gut zu Gesicht stünde.