Es ist Zeit, über die Zeit zu reden. Uhrentechnisch gesehen, haben wir zwei Zeiten: eine Sommerzeit - das Wetter macht diesem Begriff zurzeit alle Ehre - und eine Winterzeit, die kalendarisch in diesem Jahr am 28. Oktober beginnt. Mit dem Ende dieser Zeiten war hierzulande bisher durchgehend seit 38 Jahren eine Umstellung der Uhren um eine Stunde vor oder zurück verbunden. Das soll sich jetzt ändern, denn einige Zeitgenossen sind des Uhrum stellens müde und haben es zuletzt so weit gebracht, dass die EU-Kommission eine Online-Abstimmung über die Abschaffung initiiert hat - völlig unverbindlich, wie es hieß. Das Ergebnis dieser Abstimmung mit einer deutlichen Mehrheit für die Abschaffung überrascht nicht. Wohl aber, wie damit umgegangen wird. 4,6 Millionen haben ihre Meinung geäußert, in der EU leben 512 Millionen Menschen. Und jetzt soll dieses Votum plötzlich ausschlaggebend sein? In Zeiten, wo z.B. berufliche Wechselschichtdienste an der Tagesordnung sind, bei jährlich zweimaliger Zeitverschiebung um eine Stunde von gesundheitlichen Nachteilen zu sprechen, ist übertrieben. Fällt die Sommerzeit, sind künftig lange, sonnige Bierkellerabende passé. Es wäre schade.