Es ist in diesen Tagen nicht ganz leicht, sein Erspartes vernünftig anzulegen. Die Banken schütten Minizinsen aus, die Börsen zittern vor Krisen, Kriegen oder Abgas-Skandalen, und zu viel gutes Essen wirft allzu fette Renditen an den Hüften ab. Wohl unter dem Einfluss derartiger Anlageprobleme hat ein Darmstädter eine neue Strategie entwickelt: Er zerreißt sein Geld und verteilt es im Stadtgebiet.

Das mag nun verwundern. Oder Bände sprechen über das Freizeit- und Shopping-Angebot in Darmstadt. Fußball-Tickets sind dort für gute Spiele schnell ausverkauft und wer schon einmal einen Kneipenabend in der südhessischen Stadt verbringen wollte, ist entweder nüchtern oder ernüchtert heimgekehrt. Vielleicht wollte es der Zerreißer aber nur "denen da oben" mal so richtig zeigen. Geld regiert die Welt und wer es zerstört, pfeift auf jede Autorität. Eine so teure wie sinnlose Aktion, möchte man meinen. Wenn der geheimnisvolle Schredder beim nächsten Mal Geld loswerden möchte, bin ich gerne behilflich. Mir fällt da schon was ein, denn ich wohne ja nicht in Darmstadt.