Wer mit Schnee und Eiseskälte nur wenig anzufangen vermag, träumt in diesen Tagen vielleicht von Brasilien.
Weiße Strände, spritzige Cocktails, überall Samba-Rhythmen - und was für schöne Menschen! Doch Vorsicht, die untrügliche Statistik nimmt uns manche Illusion: Nur in den USA werden mehr Nasen gerichtet, mehr Brüste vergrößert, mehr Lippen aufgeblasen und Fettpölsterchen abgesaugt. Die meisten Frauen und auch immer mehr Männer legen sich unters Messer, damit sie an der Copacabana nicht den Bauch einziehen müssen. Selbst bei den Haarfärbeprodukten liegt Brasilien weltweit vorne. Kaum ein attraktiver Südamerikaner runzelt angesichts der eklatanten Kosten die Stirn, das verhindert schon das eingespritzte Botox.
Und so ist die schöne Strandästhetik doch zum großen Teil von der plastischen Chirurgie abhängig - so wie manches Wohlstandbäuchlein hierzulande nicht ohne das bayerische Reinheitsgebot zustande gekommen wäre. Am weltweiten Schönheitswettbewerb nehmen die Deutschen noch recht zaghaft teil, immerhin halten sich relativ viele sportlich fit. Doch der Silikon- und Schlauchboot-Lippen-Pokal bleibt unangefochten in Nord- und Süd-Amerika - und wandert bestenfalls in der Einzelwertung ins Dschungelcamp.