Im Frühjahr hat das angefangen. Ein Ulmer Antrag in der Arbeitsgemeinschaft Basketball Bundesliga: Auswärtskontingente für Fans begrenzen. Nur noch 300 Karten pro Spiel, egal wie groß die gegnerische Halle ist. Die Vereine stimmten zu. Von der Neuerung erfuhr niemand. Erst die Fans sprachen den Antrag bei einem Treffen mit der Ligaspitze an. Ein gemütliches Gespräch war geplant. Es wurde hitzig. Weil niemand die Fans informierte. Vorher. Weil Fans als Kunden gesehen werden.

Und weil Vereine die Entscheider sind. So sehen das Vereine und Liga. Und die Fans? Denen traut man nicht zu, dass sie sich organisieren können. Dass sie ihre Meinung über Clubgrenzen hinweg formulieren. Dass sie Ideen haben zu Ticketvergabe oder Kontingenten. Und das bisschen Stimmung...

Die Fußball-Bundesliga machte vor Kurzem den gleichen Fehler. Sie zwang den Fans ein Sichertheitskonzept auf, ohne vorher mit Fan-Vertretern zu sprechen. Aber die verschafften sich Gehör. Sie schwiegen. Drei Spiele lang, 20 Minuten. Das war gespenstisch. Das war eine Machtdemonstration.