D ie Aussage von Bundestrainer Joachim Löw klang wie auswendig gelernt. Im Interview mit dem Fernsehsender RTL nach dem Quali-Spiel gegen San Marino lobte er die gute Stimmung im Nürnberger Stadion. Und das, obwohl das Stadion bei weitem nicht ausverkauft war. Obwohl man streckenweise die Spieler auf dem Platz sprechen hörte. Obwohl ein deutscher Nationalspieler - Timo Werner - bei seiner Einwechslung von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde.
Es klang, als wollte der DFB durch Löws Lob die Kritik an der Fan-Müdigkeit bei Spielen des Nationalmannschaft im Keim ersticken. Doch warum fühlt sich der Deutsche Fußballbund überhaupt dazu verpflichtet? Er kann schlicht nichts dafür, dass die Fans satt sind. Satt von von Spielen gegen Fußball-Zwerge wie San Marino, Aserbaidschan oder die Färöer Inseln. Da hilft es auch nichts, in vermeintlich kleiner Stadien - wie der DFB das Frankenstadion bezeichnet - zu gehen. Auch die werden bei solchen "Pflichtaufgaben" nicht voll. Da sind die großen Fußball-Nationen schlicht ein Opfer des Systems.
Fifa und Uefa müssen endlich mit den aufgeblähten Qualifikationen aufhören. Eine Vorqualifikation würde hier viel Sinn machen. Kleine Länder würden untereinander erst einmal ihre Besten ausspielen und dann im zweiten Schritt auf Deutschland, Frankreich & Co. treffen.
So könnte man den Underdogs größere Chancen auf einen Sieg im großen Fußball-Zirkus geben und in Runde zwei die Besten eines Kontinents in weniger Spielen um die Qualifikation zu Welt- und Europameisterschaft gegeneinander antreten zu lassen. Vielleicht wird dann auch die Stimmung im Stadion wieder besser.