Wer nicht genau hinsieht, kommt schnell in Versuchung, das Problem herunterzuspielen. Die vielen zahlungskräftigen Rentner von heute, die bei bester Gesundheit regelmäßig ihre Urlaubsreisen genießen und auch sonst im gesellschaftlichen Leben überall anzutreffen sind, sprechen eigentlich ein anderes Bild. Altersarmut? Ja, aber doch nicht bei uns in Deutschland. Und schon gar nicht in Bayern.

Es gibt sie. Und die Zahlen zeigen: Sie ist auf dem Vormarsch. Dabei ist die heutige Situation erst ein Vorgeschmack auf das, was unsere Gesellschaft in zwanzig, dreißig Jahren erwartet. Es gibt unzählige Menschen, die haben zwar einen festen Job, der sie über die Runden bringt. Aber für eine Altersvorsorge reicht das monatliche Einkommen oft nicht mehr.

Heute ist fehlendes "privates Altersvorsorgevermögen" noch nicht das Massenproblem. Wer nicht länger arbeitslos war, erhält eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die ihren Namen noch verdient. Doch das Rentenniveau koppelt sich mehr und mehr von der Lohnentwicklung ab. Es sinkt. Wer nicht privat vorgesorgt hat, findet sich schnell in der Altersarmut wieder. Die Politik kennt dieses Risiko für Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Ein systematisches Gegensteuern ist jedoch nicht zu erkennen. Und die Wirtschaft? Wenn über 50-Jährige Angst haben müssen, im Falle eines Jobverlustes wieder Arbeit zu finden, dann passt auch hier etwas nicht.