Was Air Berlin zunächst für ein paar Turbulenzen in sozialen Netzwerken hielt, hätte sich zu einem Image-Absturz entwickeln können: Das Video der lustigen Einlage eines Bamberger Flugbegleiters sorgte erst für Heiterkeit, dann für Empörung, als ruchbar wurde, dass der Mann abgemahnt worden sein soll.

Die eilige Entwarnung, der Mann behalte seine Stelle, wirkt wie der Versuch eines verzweifelten Piloten, durch Reißen am Steuerknüppel den steilen Sinkflug zu beenden. Aber immerhin ist eine - wenig aussagekräftige - Mitteilung auf der Facebook-Seite von Air Berlin besser als die Blindflüge mancher Unternehmen, die sich auch nach heftiger Kritik nicht bemüßigt fühlten, zu antworten.

Schade nur, dass die Reaktion so spät kam und der humorvolle Flugbegleiter im internen Gespräch bestimmt nicht nur gelobt wurde. Humor scheint nämlich nicht in den Handbüchern der Verantwortlichen bei Air Berlin vorzukommen. Eigeninitiative macht sich gut in Sonntagsreden und auf Hochglanz-Anzeigen von Wirtschaftsverbänden. Nimmt ein Mitarbeiter dies allzu ernst, lebt er gefährlich. Hoffentlich verliert Bernd Löwisch, der heute wohl bekannteste deutsche Flugbegleiter, nicht seine positive Art und verkündet auch weiterhin Fluggästen fröhlich: "Dann eben auf Fränkisch!"