Seit vielen Jahren arbeiten die Mittelschule und die Realschule Hirschaid zusammen. Neben Wahlkursen, die von Schülern beider Schulen besucht werden können, hat auch die große jährliche Kunstausstellung von Schülerarbeiten im Rathaus eine lange Tradition.
Ganz neu in diesem Schuljahr ist ein gemeinsames Aktivprojekt: Schüler beider Schulen sporteln gemeinsam am Nachmittag. Die Jugendlichen, die vor allem aus den Ganztagsklassen der beiden Schulen kommen, treffen sich immer am Mittwochnachmittag in der Dreifachturnhalle der Regnitzarena in Hirschaid, um sich miteinander zu bewegen, Sport zu machen und in erster Linie Spaß zu haben.


Recherche live vor Ort

Gerade die Freude an der gemeinsamen Aktivität war deutlich zu spüren, als sich Tanja Potzel mit einigen Mitgliedern ihrer Arbeitsgemeinschaft Schul-Reporter der Realschule Hirschaid zum ersten Außentermin in die Sporthalle aufmachte. Nebenbei bemerkt: Für die Reporter, die es erst seit diesem Schuljahr an der Schule gibt, war es der erste gemeinsame Ausflug, bei dem das Führen von Interviews, Recherchearbeit und das Knipsen passender Fotos für einen Artikel im Fokus standen.
In der Dreifachturnhalle herrschte reges Treiben, und die Schul-Reporter lernten zunächst die drei externen Lehrkräfte kennen, die die sportlichen Angebote betreuen.
Übungsleiterin Christine Wheeler bietet den Wahlkurs Akrobatik an, Sportlehrer Patrick Gensel legt den sportlichen Schwerpunkt auf Klettern sowie Parcours und Nikolaos Panouchos (Übungsleiter und Fitnesstrainer) schult vor allem mit unterschiedlichsten Techniken die Motorik und die Koordination der Schüler.
Die Lehrkräfte erzählten uns, dass die Schüler anfangs noch spürbar zögerlich aufeinander zugingen, die Berührungsängste aber rasch abbauten. Denn wenn zusammen Neues ausprobiert wird, ergänzen und unterstützen sich die Jugendlichen ganz selbstverständlich bei der gemeinsamen sportlichen Aktivität.
Gleich nach den ersten Minuten in der Turnhalle wurde uns Schul-Reportern klar, dass dieses Kooperationsprojekt etwas Besonderes ist. Die etwa 35 Schüler aus den beiden Schulen halfen ihren Trainern geschickt beim Aufbau und der Vorbereitung für die sportlichen Aktivitäten, sodass innerhalb kürzester Zeit ein gegliederter Sportbereich für jede Gruppe entstand. Wir erfuhren von Christine Wheeler, dass an manchen Nachmittagen alle Schüler gemeinsam aktiv sind. Bei unserem Besuch war es aber so, dass jeder Trainer mit etwa zehn bis zwölf Schülern seinen eigenen Schwerpunkt unterrichtete.


Neue Freundschaften entstehen

Wir Reporterinnen verteilten uns währenddessen in der Halle, sprachen mit den Schülern und machten nebenbei Notizen. Besonders interessant waren für uns die Interviews, die wir mit den Teilnehmern führen konnten, denn bereits kurze Auszüge daraus geben einen guten Einblick in das sportliche Kooperationsprojekt: "Eigentlich wollte ich ursprünglich das Wahlfach Kräutergarten wählen, aber dann wurde ich hier eingeteilt, weil ich am Wahltag nicht da war. Jetzt bin ich total glücklich, weil eigentlich alles Spaß macht", sagt Marie Braun von der Mittelschule. Ihre Mitschülerin Tamara Frevel ist ebenfalls begeistert: "Hier macht´s voll Spaß und ich kann jetzt schon ein Rad schlagen." Florian Hasso von der Hirschaider Mittelschule hat früher Fußball gespielt - "jetzt mache ich hier Sport. Am besten gefällt mir das Schwingen mit den Seilen und das Klettern."
Niklas Müller von der Hirschaider Realschule ist ebenfalls begeistert vom gemeinsamen Sportprojekt: "Mir macht das Kämpfen auf den Matten voll Spaß. Das ist so wie Selbstverteidigung."
Justin Pöllmann, Schüler der Hirschaider Mittelschule, hat sich fürs Klettern entschieden, "weil ich letztes Jahr schon im Wahlfach Kochen war. Das hier macht einfach Spaß."
Realschülerin Vivien Hofmann sagt: "Für mich ist das Projekt sehr cool, weil man hier mal andere Sachen lernt als im normalen Sportunterricht. Caja kann zum Beispiel schon Bogengang vorwärts."

Die gute und gelöste Stimmung war sofort zu spüren und irgendwie sogar ansteckend. Es wurde viel gelacht und auch mal Quatsch gemacht. Alle hatten Spaß und Freude an der Bewegung, die Schulzugehörigkeit spielte an dem Nachmittag überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil: Leonie Helmrich aus der Mittelschule freundete sich zum Beispiel mit Eva, Vivien und Romina aus der Realschule an und schätzt an den anderen Mädchen vor allem, dass sie "super nett und hilfsbereit" sind.
Für uns Reporterinnen war der Ausflug auch eine tolle Sache: Wir haben dadurch erfahren, wie wichtig und spannend der Blick hinter die Kulissen ist!