Es ist eine eigene Geschichte für sich, wenn Paul Maar davon berichtet, wie er auf die Idee zu seinen mittlerweile acht Sams-Büchern gekommen ist: Sein Vater hatte demnach einen Buchhalter, einen überaus korrekten, ernsten, ängstlichen, aber auch sehr schüchternen Mann.

"Als Kind habe ich mir überlegt, wie ich ein bisschen mehr Freude in sein Leben bringen könnte", berichtete Maar den Kindern, die der Einladung des Fränkischen Tags und des Lehrinstituts für Orthographie und Sprachkompetenz (LOS) gefolgt sind. Umgesetzt hat er Maar die Idee erst viele Jahre später, da war schon Schriftsteller. Maar gab dem Buchhalter aus seiner Jugend den Namen Herr Taschenbier. Und als Gegenspieler, den er mit den genau entgegengesetzten Eigenschaften ausstattete, stellte Maar das Sams an dessen Seite.

Das war im Jahr 1973. 42 Jahre später lesen Kinder noch immer mit Begeisterung die Abenteuer von Herrn Taschenbier und dem Sams. Nicht wenige Kinder hatten in Forchheim ein Sams-Buch dabei; in der Hoffnung, Maar gebe ihnen ein Autogramm. Eigentlich wollte Maar nur ein einziges Sams-Buch, aber viele Kinder hätten den Schluss des ersten Buches beklagt.


Ein Autor sollte selbst gern lesen

Die Künder wünschten sich offenbar, das Sams möge für immer bei Taschenbier bleiben. Maar schrieb daraufhin das zweite Buch. "Drei Tage später, ich erinnere mich noch gut, schrieb mir ein achtjähriges Mädchen: Bitte teilen Sie mir mit, wann der dritte Band erscheint." Aus dem bereits achten Buch las er den Kindern in Forchheim vor.

Allerdings Nicht sofort. Erst stellte er sich mit dem Zeichenstift vor, denn sein "zweiter Beruf" (Maar über Maar) ist Illustrator. "Keiner wird Schriftsteller, der nicht gerne liest", nannte er eine wesentlichste Voraussetzung für den Beruf des Schriftstellers.

Damit lieferte er das Stichwort für Thomas Bareuther, den Inhaber der auf Lese- und Schreibschwierigkeiten spezialisierten Fördereinrichtung. "Lesen ist eine ganz, ganz tolle Welt, besser als jeder Fernseher." Für die Kinder, die Kurse in seinem Haus besuchten, war der Lesenachmittag eine Belohnung. "Die anderen wollen wir ermutigen, zu lesen."


Die Namen der Tiere

Mit Maars Reimen macht das Spaß, war allen anzumerken. Aufmerksam lauschten die Kinder dem Gehörten, um ja keine Silbe zu überhören und das Reimwort, einen Tiernamen, zu finden.

Dieses Tier malte Maar anschließend. Er reihte Tier an Tier, bis in seiner geheimen Bilderschrift sein Name auf dem Flipchart stand. Solche Gedichte hat Maar auch veröffentlicht, in seinem Buch "JAguar und NEINguar" etwa oder auch in der Fortsetzung "Kakadu und Kukuda", die im kommenden Frühjahr erscheint. Darin findet sich ein kleines Gedicht über das Zeitungslesen: "Das Nilpferd liest die Tageszeitung /am liebsten mit Musikbegleitung."
Als Dankeschön lasen drei Institutsschüler ihrerseits selbst verfasste Reizwort-Geschichten vor. Mit einer Autogramstunde endete der vergnügliche Nachmittag mit Paul und den Abenteuern des Sams.