Hirschaid/Berlin — Als Reporterin der Schülerzeitung der Realschule Hirschaid durfte ich Anfang März Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Berlin interviewen. Das große Leitthema der Pressekonferenz, zu der Schülerzeitungsredakteure unter anderem auch aus Bayern eingeladen waren, war "Crystal Meth" und dessen Verbreitung im deutsch-tschechischen Grenzraum. Genau dort nämlich breitet sich die Droge rasend schnell aus. Der Grund: Drogensüchtige und Neugierige müssen nur ein Mal kurz über die Grenze fahren, um an den Stoff zu kommen: In Tschechien schießen die Meth-Küchen wie Pilze aus dem Boden.
Bevor wir Jung-Redakteure allerdings auf den Minister "losgelassen" wurden, wurden wir zunächst in einer "Probepressekonferenz" und einer Präsentation gebrieft. Dabei erhielten wir viele Einstiegsinfos. Außerdem wurden wir darauf vorbereitet, wie wir den Bundesinnenminister richtig ansprechen können. Anschließend klärte uns ein Bundespolizist und ein Mitarbeiter aus dem Innenministerium über Drogenkriminalität auf. So wurden einige Fragen bereits im Vorfeld beantwortet.
Danach ging es dann in den Konferenzraum zur Gesprächsrunde mit Bundesinnenminister Friedrich. Nun hatte jedes Schülerzeitungsteam in einer vorgegebenen Reihenfolge jeweils drei Minuten Zeit, Fragen an den Minister zu stellen. Ich wollte von ihm wissen, ob Bildung und Aufklärung oder Kontrolle und Verbote für ihn wichtiger seien. Er beantwortete dies mit einem klaren "Beides". Auf meine Nachfrage zu konkreten Programmen, schaltete sich ein Referent ein und verwies auch auf die Mittel, die Schulen oder anderen Institutionen zur Verfügung hätten.
Es war ein sehr interessanter Tag, der mir einen Blick hinter die Kulissen der "großen Politik" gegeben hat.
Von Anja Ott, 10D, Medien AG (elektronische Schülerzeitung), Realschule Hirschaid


Info: Was ist Crystal Meth?

Die Droge Crystal Meth, auch bekannt als Crystal Speed oder Methamphetamin, zerstört das Leben der Konsumenten sehr, sehr schnell: Bereits beim "ersten Mal" kann man komplett abhängig von der Droge zu werden. Man kann es also nicht einfach mal so probieren, um zu sehen, wie es wirkt. Abhängige spritzen sich das Gift oder rauchen es. Die Folgen der Droge reichen von Zahnausfall und verätzendem Zahnfleisch (dem sogenannten "Meth Mouth") über Schlafstörungen und Wahnvorstellungen bis hin zu Hirnblutungen und Herzstillstand.
Zunächst putscht die Partydroge den Konsumenten total auf. Diejenigen, die auf Droge sind, können 30 Stunden durchfeiern, ohne müde zu werden. Sie verlieren jegliche Hemmungen und haben auch keinen Hunger. Deshalb spricht man auch von einer "Partydroge". Dann folgt allerdings der Absturz.
Allein in Bayern ist die Zahl der aufgegriffenen Konsumenten innerhalb eines Jahres um mehr als 15 Prozent gestiegen. 2011 waren es 1832 Konsumenten, die bei Kontrollen mit der Droge erwischt wurden, 2012 bereits 2123. Und während 2011 noch 11,7 Kilogramm Crystal in Bayern sicher gestellt wurden, waren es 2012 rund 14 Kilogramm, oder rund 140 000 Konsumeinheiten.
Quelle: DW