Bamberg — Ende November feierte die Klasse 10c mit dem Bamberger Erzbischof ein kleines Jubiläum: Zum zehnten Mal empfing Erzbischof Prof. Ludwig Schick Schülerinnen und Schüler der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule zusammen mit dem Leiter der Schule, OStD Martin Mattausch und dem Religionslehrer der Klasse, Dipl.-Theol. Ralph Olbrich. Den angemessenen Rahmen für dieses kleine Jubiläum bot der Festsaal im Erzbischöflichen Palais, ein Raum, "der nur auserlesenen Gästen vorbehalten ist", wie der Erzbischof in seiner Begrüßung betonte.
Die Schülerinnen und Schüler brachten Fragen über "Gott und die Welt" mit auf den Domberg: Welche Aufgaben hat ein Erzbischof? Wie sieht für Sie das Leben nach dem Tod aus? Unterstützen Sie die Energiewende? Geht für Sie die Ökumene weit genug? Wie sehen Sie die Zukunft der Kirche?
Diese und andere beantwortete der Erzbischof offen und ehrlich. Dabei gewährte er den jungen Menschen viele persönliche Einblicke in sein Leben und sein Denken. So hätten sich vorher wohl nur wenige vorstellen können, dass "Erzbischof" nicht der ursprüngliche Traumberuf Ludwig Schicks gewesen war, der sich nach einer bewegten Schulzeit und Jugend ("Ich war nicht immer ein guter Junge") zunächst dem Medizinstudium verschrieben hatte. Während des Medizinstudiums entstand der Wunsch nach "mehr", einer "umfassenderen" Hilfe, die er Menschen geben wollte. So entschied sich Ludwig Schick für den Priesterberuf. Seine Laufbahn führte ihn schließlich in das Erzbistum Bamberg, das er seit 2002 als Erzbischof leitet.
Gerade die Fragen zur Zukunft beantwortete Erzbischof Schick ausführlich. Die Zukunft der Kirche sieht er dabei ökumenisch: Man müsse alles dafür tun, eine Kirche zu werden. Im "Kleinen" funktioniere das Miteinander der Konfessionen bereits sehr gut, man müsse aber auch die großen Fragen des Abendmahls und der Ämterstruktur angehen. Die Kirchenaustritte der letzten Jahre empfindet der Erzbischof als schmerzlich, die Kirchen müssten weiter nach Antworten auf die weltlichen Fragen der Menschen suchen, die diesen immer wichtiger werden.
Die Zukunft der Welt liege auch in den Händen der Jugendlichen von heute. "Macht euch Gedanken über euer Leben und eure Welt: Wie wird mein Leben sein, wie das meiner Kinder? Durch das Denken helft ihr mit, dadurch kommt ihr zu Lebenseinstellungen und Urteilen!", gab er den Jugendlichen vor seinem Segen mit auf den Weg.