Jeder einzelne kann etwas tun. Jeder kann mithelfen, den Lebensraum der Berggorillas im ostafrikanischen Virungagebiet zu schützen. Mit dieser Erkenntnis und voller Tatendrang präsentieren die Zwölftklässler des Gymnasiums Alexandrinum am Mittwoch, 27. Januar, ihr Fächer übergreifendes Projekt "Rettung der Berggorillas".
Laura Schwürzinger, Elisabeth Müller und Lena Stottele vom Organisationsteam haben die Veranstaltung im Haus Contakt vorbereitet. Neben verschiedenen Kurzvorträgen wird Michael Kauer, der Naturschutzbotschafter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, über die Problematik informieren.


Beispiel Virunga-Nationalpark

Die Veranstaltung soll Aufschluss über die Ursachen des blutigen Konflikts in Ostafrika geben. "Exemplarisch am Virunga-Nationalpark sollen auch die Konflikte zwischen Umweltschutz, Artenschutz und den Bedürfnissen zum Überleben der Bevölkerung diskutiert werden", erläutern die drei Mädchen.
"Und jeder, der Interesse hat und darüber mehr erfahren möchte, kann an diesem Abend seinen Beitrag leisten", sagt Lena Stottele. Die Schüler sammeln nämlich alte Handys ein, um daraus den Rohstoff Coltan zu recyceln. Das wiederum bringt pro Handy einen Euro für die Zoologische Gesellschaft, bezahlt vom Recyclingunternehmen.
Dem Aufruf in der Schule, alte Handys, Smartphones oder Tablets abzugeben, sind viele, viele Kinder und Jugendliche gefolgt. Elisabeth Müller weiß von einem Jungen, der zehn Handys mitgebracht und in seiner Klasse abgegeben hat.


Aktion läuft noch bis 25. Januar an der Schule

Die Handy-Aktion wird auch von der SMV und der Schulleitung des Alexandrinums unterstützt. Direktor Herbert Brunner war begeistert von der Idee und hat der Klasse mit den meisten eingesammelten Handys einen zusätzlichen Wandertag genehmigt. Noch bis Montag läuft die Aktion in der Schule.
"Das benachbarte Ernestinum macht ebenfalls mit", sagt Laura Schwürzinger und hofft, dass eine stattliche Zahl von Geräten zusammenkommt.
Anderthalbe Jahre haben sich sich die Schüler mit dem Thema "Berggorillas" beschäftigt. Zusammen mit ihrem Biologielehrer und Themengeber Andreas Reuter fuhren die Zwölftklässler auch nach Frankfurt ins Senkenberg-Museum und zur Zoologischen Gesellschaft, wo sie sich vorgestellt und den Kontakt zu Michael Kauer geknüpft haben.


Biolehrer ist begeistert von seinen Schülern


"Im Zoo haben wir Gorillas angeschaut und eine gesonderte Führung bekommen - allerdings haben wir nur Flachlandgorillas gesehen, da Berggorillas nicht in Zoos gehalten werden können", erläutert Lena, die sich für das Thema sehr begeistern kann. Sie hat sich bei der Stiftung Naturschutz beworben, wo sie nach der Schule ein freiwilliges ökologisches Jahr machen möchte.
Andreas Reuter, der sich selbst seit vielen Jahren privat für die Rettung der Tiere einsetzt, ist "sehr zufrieden" damit, wie sich die Schüler engagieren. "Das besondere an diesem P-Seminar war der Fächer übergreifende Aspekt", betont der Lehrer noch einmal. Kolonialgeschichtliches Wissen, Sozialkunde, politische Hintergründe, Geografie, Chemie- und Wirtschaftswissen waren gefordert. "Mit tollen Power-Point-Präsentationen und kreativen Plakaten haben mich die Schüler überrascht", lobt sie der Biologielehrer.


Handy-Abgabe bei der Präsentation


Vorstellung
Die Präsentation des P-Seminars zum Schutz der Berggorillas findet am Mittwoch, 27. Januar, ab 19 Uhr im Haus Contakt statt. Bei dieser Gelegenheit können alte Handys sinnvoll entsorgt werden. Jedes recycelte Handy bringt einen Euro für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die Berggorillas schützt.

Hinweise zur Rückgabe eines Handys:
1. Das Gerät bitte mit eingelegtem Akku einwerfen.
2. Bitte keine Geräte-Einzelteile, Zubehör, lose Akkus oder Ladegeräte einwerfen.
3. Aus Datenschutzgründen bitte Sim- und Speicherkarten aus dem Mobilfunkgerät entfernen.
4. Bitte keine anderen elektronischen Geräte außer Handys, Smartphones und Tablets zur Sammlung bringen.
5. Aus Datenschutzgründen darf die Sammelbox weder geöffnet noch dürfen eingeworfene Handys entnommen werden.