Derzeit laufen sie wieder über die Fernsehbildschirme - "catwalkende" Mädchen, die von Model Heidi Klum, Modedesigner Wolfgang Joop und dem Artdirector Thomas Hayo auf Bikinifigur und lange Beine geprüft werden.
Bei "Germany's Next Topmodel kamen natürlich nicht nur hübsche Fränkinnen in die engere Wahl (siehe Bericht auf Seite 40), sondern deutschlandweit wurden Mädchen auf ihr Topmodel-Potenzial geprüft. Da Heidi Klum und ihr Juroren-Anhang durch die ganze Republik tourten, genügte es nicht, das Team nur in einem Auto loszuschicken.


Auch Jury im Bus unterwegs

Allein für das Produktionsteam, das die Castings filmen und organisieren sollte, brauchte es einen eigenen Reisebus. Neu an der diesjährigen Staffel ist, dass auch die dreiköpfige Jury öffentlichkeitswirksam im Bus zu den Castings unterwegs war. In diesem reiste sie standesgemäß luxuriös.
Ein Experte für die Tourneen von Stars und Sternchen ist der Bamberger Wolfgang Sauer, Inhaber eines in Bischberg ansässigen Busunternehmens. Normalerweise bringt der Franke mit seinen Tourbussen Musiker wie Xavier Naidoo, Helene Fischer oder Deichkind zum nächsten Auftritt.
Nun durfte auch Heidi Klum in einem der Bamberger Busse mitfahren. Zwei davon waren für "Germany's next Topmodel" in Deutschland unterwegs: Ein vorausfahrender Bus, vollgepackt mit Technik und dem Produktionsteam, ein anderer mit Jury, Fernsehteam und einer Stylistin. Gefahren wurden die oberfränkischen Busse von ebenfalls fränkischen Busfahrern, die im Schichtbetrieb zehn Tage mit auf Tour waren, wie Sauer im Interview bestätigt.
So eine Fahrt verlief dann auch nicht immer einfach von A nach B. Manchmal fuhr der Bus mehrmals dieselbe Strecke auf und ab, wenn sich diese als besonders filmenswert herausstellte. Auch mithilfe von an Drohnen befestigten Kameras entstanden Außenaufnahmen, in denen der Bus an der Kamera vorbeifährt.


Eindruck bereits in erster Folge

Einen Eindruck vom Inneren des Doppeldeckerbusses gab es bereits in Folge Eins von "Germany's next Topmodel". Dieser fiel bei den Hauptakteuren der Show mehr oder minder positiv aus. Denn während Heidi und Thomas vom Bus offenbar angetan waren, machte Wolfgang die maximale Stehhöhe von 1,68 Metern im Schlafbereich zu schaffen - trotz Glasdach.


So teuer wie ein exklusives Wohnhaus "in bester Bamberger Lage"


Beim Blick ins Innere des 14 Meter langen Busses dürften dem weniger luxusverwöhnten Normalbürger wohl aber zunächst die holzverkleideten Wände und Böden auffallen. Mit muffigen alten Reisebussen, die mancher noch von der Fahrt ins Ferienlager kennt, hat dieses 20 Tonnen schwere Ungetüm wenig gemeinsam. Auch die Beleuchtung sorgt dafür, dass man sich eher an eine Yacht oder ein teures Wohnmobil erinnert fühlt. Und teuer ist dabei nicht untertrieben: Der Marktwert des Busses bewege sich nämlich in ähnlichen Preisklassen wie ein "exklusives Wohnhaus in bester Bamberger Lage", wie Sauer es formuliert.


Heidi Klum wünschte mehrere Umbauarbeiten im Bus


So luxuriös der Bus auch ist, für die Ansprüche von Heidi Klum und der Show mussten im Vorfeld einige Änderungen vorgenommen werden. Neben der individuellen Folierung des Bus-Äußeren, wurde im Heck eine Sitzecke eingebaut, die unter anderem für Interviews genutzt wurde. Standardmäßig befindet sich hier ein Schlafzimmer mit Ehebett und Fernseher. Sitzecke und Schlafzimmer wurden quasi ausgetauscht.
Ansonsten war der Bus standardmäßig mit Teeküche, Kaffeeautomat, Mikrowelle, Kühlschränken und Toilette ausgestattet. Dazu konnten sich die Fahrgäste an einem "atmosphärischen LED-Lighting-System", W-Lan, "vier individuell konfigurierbaren Klimazonen" und einem "Multimedia Entertainment System" inklusive einer Spielekonsole erfreuen. Heidi Klum schlief im Vorderteil des Busses in einem King-Size-Bett, konnte sich an einem kleinen Kühlschrank bedienen, Videospiele auf einem Flatscreen spielen oder einfach vorne aus dem Fenster gucken. Thomas Hayo, Wolfgang Joop und die restlichen Mitreisenden mussten sich hingegen mit einer der zehn Kojen begnügen, zwischen denen Joop die Platzangst packte.
Die Busse selbst hat der Sender Pro Sieben nur gemietet, weshalb die vorgenommenen Veränderungen mittlerweile wieder rückgängig gemacht wurden. So sind die Busse wieder bereit für die nächste große Tournee durch Deutschland oder Europa.

Diesen Artikel hat Johannes Barkhau, Mitarbeiter der Redaktion, verfasst.