Fast 60 Tage nach dem Tod ihres Feuerwehrkommandanten Markus Ungerer ist bei der Feuerwehr Kitzingen noch immer nicht an Alltag zu denken. Sie hätten es geschafft, "den Laden am Laufen zu halten", beschreibt es Matthias Gernert im Interview. Als stellvertretender Kommandant leitet er die Wehr seit Ungerers Tod. Zwei Stunden nach dem Tod ihres Kommandanten musste die Wehr erneut ausrücken. Es ging zum nächsten Einsatz.

Seit dem tragischen Unfall Anfang Januar ist viel passiert. Feuerwehren aus dem Umkreis, aber auch aus dem Ausland schrieben Karten und machten Beileidsbekundungen. Auch der Rettungsdienst Brüssel sendete ein RIP.

"Das war eine ganz schwierige Situation", erinnert sich Hanjo von Wietersheim . Er leitete damals den Einsatz der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), die sich mit zwölf Helfern nicht nur am Unfallort um Einsatzkräfte kümmerten, die den toten Kommandanten bargen, und um die Betreuung von dessen Angehörigen, als diese die Todesnachricht erhielten.

Trauerfeier sprengt jeden Rahmen

Bestürzung in Kitzingen nach dem tragischen Unfalltod eines verdienten Feuerwehrmannes: Der Kommandant hatte so oft sein eigenes Leben für das Leben anderer Menschen riskiert. Mit einer Trauerfeier in der vollen Stadtkirche haben sich die Familie, Vertreter der Blaulichtfamile und viele Kitzinger am 14. Januar 2019 von Stadtbrandinspektor Markus Ungerer verabschiedet. Auf dem Sterbebild stand: "Schau ned so blöd, ich läg jetzt a lieber am Strand!".

Die Betroffenheit, die der Tod ausgelöst hat, war auch in der Stadtkirche greifbar. Sie war mit rund 1000 Trauergästen voll besetzt. Die Trauerfeier war emotional und außergewöhnlich. Alle Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Artikel.

Am 4. Januar 2019 ist der langjähriger Feuerwehrkommandant aus dem Kreis Kitzingen nach einem Einsatz bei einem Unfall gestorben. Und seine eigenen Kameraden waren als Einsatzkräfte vor Ort.

Tödlicher Unfall bei Marktsteft: Feuerwehr findet eigenen Kommandanten

Tragisches Ende eines Einsatzes: Am Freitagmorgen (4. Januar 2019) krachte der Feuerwehrkommandant bei Marktsteft in Unterfranken mit seinem BMW frontal in einen Lkw, als er gerade von einem Feuerwehreinsatz nach Hause fuhr. Er starb noch am Unfallort. Das erklärte die unterfränkische Polizei gegenüber inFranken.de.

Der Unfall auf der St2271 bei Marktsteft ist an Tragik schwer zu überbieten. Denn die eigenen Kameraden mussten den Feuerwehrchef aus dem Kreis Kitzingen bergen.

Kitzingen: Feuerwehrauto gerät in Gegenverkehr

Was war geschehen? Der Mann war gegen 5.45 Uhr auf dem Rückweg von einem Einsatz in Marktbreit, als er plötzlich die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Das Feuerwehrauto prallte frontal in einen Lkw. Dabei wurde der 51-Jährige so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort starb.

Feuerwehrleute lassen immer wieder ihr Leben bei Einsätzen und Übungen

Immer wieder lassen Feuerwehrleute bei Einsätzen oder Übungen ihr Leben. Einen besonders tragischen Fall gab es im August 2017 in Coburg. Damals war ein junger Mann bei einem Unfall im Rahmen Übungen gestorben. Am Steuer saß damals sein eigener Vater.

Zurück zum Unfall bei Kitzingen: Den Angaben zufolge war Markus Ungerer Stadtbrandinspektor und Feuerwehrkommandant beim Kreisfeuerwehrverband Kitzingen - sehr bekannt und beliebt. Ungerer hatte sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Sach- und Krimiautor gemacht. Auch als Redner war der 51-Jährige gefragt. Er hinterlässt zudem eine Frau und zwei Kinder. Entsprechend groß ist die Betroffenheit in der Region.

Große Betroffenheit nach Unfalltod des Feuerwehrkommandanten

Ein Kriseninterventionsteam übernahm die Betreuung der Angehörigen. Ein Kriseninterventionsteam um Unfallseelsorger Hanjo von Wietersheim kümmerte sich auch um die Feuerwehrleute, die ihren eigenen Chef bergen mussten. Der Lkw-Fahrer, ein 36-jähriger Mann, wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg zog die Polizei Kitzingen einen Unfallsachverständigen hinzu. Mit ihm soll der Unfallhergang rekonstruiert werden. Am Freitagmorgen war die Staatsstraße für mehrere Stunden gesperrt.

Der Einsatz in Marktbreit war schnell vorbei

Ungerer und seine Kameraden waren bei einem Feuer in Marktbreit. Das war schnell gelöscht, der Einsatz war vorbei. Dann kam der nächste Alarm: Unfall bei Marktsteft. Wenig später standen die Kitzinger Feuerwehrleute vor dem Wrack des Dienstwagens ihres Chef.