Schülermitverwaltung, SMV. Klingt ein wenig überholt, nach viel Arbeit und wenig Mitspracherecht. Das Gegenteil ist der Fall. Zumindest am Armin-Knab-Gymnasium.

Jessica Ebert, Bastian Bank und Andrzey Migula sind seit einem Jahr Schülersprecher am Kitzingen Gymnasium. Eine Menge Zeit und Energie haben sie in die Arbeit gesteckt. Arbeit, die sich gelohnt hat. Für ihre Mitschüler und für sie selbst.

Rund 1100 Schüler gibt es am AKG, 62 Klassensprecher, drei Schülersprecher. Schon an diesen Zahlen lässt sich erkennen: Das Trio hatte jede Menge zu organisieren. „Also haben wir uns erst einmal überlegt, welche Strukturen dafür wohl die richtigen wären“, erinnert sich Jessica Ebert.

Das Ziel war klar: Möglichst viele Schüler sollten für eine Mitarbeit motiviert werden. Also riefen die Schülersprecher für jeden größeren Themenbereich einen Arbeitskreis ins Leben. Und tatsächlich: In den verschiedenen Gruppierungen haben sich übers ganze Schuljahr hinweg eine Menge Schüler eingebracht – von den Jüngsten in den 5. Klassen bis zu Ältesten.

Neue Strukturen etabliert

An Themen hat es nicht gemangelt. Ob Pausenhof- oder Schulhausgestaltung, das Projekt „Schule ohne Rassismus“ oder die verschiedenen Mottotage, an denen Schüler – und Lehrer – dazu aufgerufen wurden, in Jogginghosen, Trachten oder auch mal overdressed in die Schule zu kommen: Zu organisieren gab es über das ganze Schuljahr mehr als genug.

„Am Anfang hat es schon viel Arbeit gemacht, die neuen Strukturen mit Leben zu füllen“, erinnert sich Bastian Bank. Viele Ideen mussten nicht nur gut durchdacht, sondern vor allem gut kommuniziert werden. „Wir haben anfangs die Wünsche der Schüler gesammelt und weitergetragen“, erinnert sich Andrzey Migula.

Die Mitschüler hatten eine ganze Menge Wünsche. Mülltrennung, Pausenhofturniere, neue Uhren für die Klassenzimmer: Die Liste ließe sich locker weiterführen. „Zum Glück haben wir einen guten Draht zu unseren Verbindungslehrern“, sagt Bastian Bank. „Und zu unserer Rektorin“, ergänzt Jessica Ebert. „Die hatte immer ein offenes Ohr“, freut sie sich und staunt über die vielfältigen Kontakte zu Lehrern und Schulleitung. „Die hätten wir sonst nie so bekommen“, weiß sie. „Das gegenseitige Verständnis ist im Lauf der Zeit gewachsen.“

Viel gelernt in einem Jahr

Eines haben die Drei sehr schnell gelernt: Die Kommunikation ist das A und O als Schülersprecher. „Man muss vor vielen Leuten Reden halten können“, sagt Bastian Bank. „Ohne Angst.“ Eine gewisse Zuverlässigkeit und Motivation könne im Amt des Schülersprechers auch nicht schaden. „Man muss ein Ziel vor Augen haben“, ergänzt Jessica Ebert. „Und den Willen, etwas im Sinne der Mitschüler zu verändern.“ Dass nicht alles auf Anhieb funktionieren kann, haben die drei im Laufe des Schuljahres erkannt. „Aber aus Fehlern lernt man“, weiß Andrzey Migula.

Ihre Erfahrungen wollen die Q11-Schüler an ihre Nachfolger weitergeben. Bis Weihnachten werden sie für Fragen zur Verfügung stehen und mitarbeiten, so gut es ihr Zeitkonto erlaubt. Im nächsten Jahr stehen schließlich die Abiturprüfungen an. Die beiden Jungs können sich derzeit ein Jahr im Ausland gut vorstellen und im Anschluss ein Studium. Jessica Ebert möchte Grundschullehrerin werden.

Die Erfahrungen als Schülersprecher nehmen sie mit in ihre Berufslaufbahn. „Man übernimmt Verantwortung und entwickelt sich persönlich weiter“, lautet Eberts Fazit. Von wegen überholt: Ein Jahr SMV ist richtig schlau.