Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz schon jetzt in unserem Leben und wie wird sie es in Zukunft verändern? Das sind spannende Fragen, findet Peter-Michael Himmel. Deshalb hat der Präsident des Rotary Clubs Kitzingen für die traditionelle Soirée am 19. Januar einen Mann eingeladen, der sich mit diesem Thema bestens auskennt: Dr. Boris Nikolai Konrad ist Hirnforscher, Gedächtnistrainer und „Deutschlands Superhirn“.

Spannende, aktuelle und wichtige Themen stehen alljährlich im Mittelpunkt der Soirée, zu der der Rotary Club Kitzingen traditionell im Januar einlädt. Der jeweilige Präsident wählt das Thema aus – und da die Präsidentschaft jedes Jahr wechselt, ist die Bandbreite der Vortragsthemen automatisch sehr groß.

Peter-Michael Himmel, der dem Club momentan vorsteht, hat sich für die Künstliche Intelligenz entschieden. „Das interessiert mich persönlich sehr. Es ist ein lebendiges Thema“, sagt der 38-Jährige, „und es geht alle an“. Schließlich hat KI längst unsere Welt erobert, sowohl in der Wirtschaft als auch im privaten Bereich mit Alexa, Smart Home oder der persönlichen Playlist. Vergleiche man das erste Handy, das jeder von uns vor vielen Jahren bekommen hat, mit dem, das er heute nutzt, zeige sich eine erstaunliche Entwicklung. Allein das vermittle eine Idee davon, wo die Reise dank Künstlicher Intelligenz noch hingehen könne, so Himmel, in dessen Brauerei natürlich auch längst vieles computergesteuert abläuft.

Peter-Michael Himmel hat den Hirnforscher und Gedächtnistrainer Boris Konrad selbst schon bei einem Vortrag erlebt. „Er bringt das Thema toll rüber, es ist sehr spannend, ihm zuzuhören.“ Er wird veranschaulichen, welche Rolle KI in unserem Alltag spielt und wie sie unser Leben künftig verändern wird. Und er stellt die entscheidende Frag: „Bleiben wir schlauer als die Roboter?“

Spenden für die Lebenshilfe

Bei diesem aktuellen Thema hofft Himmel natürlich auf eine voll besetzte Alte Synagoge – auch, weil der Rotary Club traditionell an diesem Tag Geld für einen guten Zweck sammelt. 6000 bis 8000 Euro kommen alljährlich alleine bei dieser Veranstaltung zusammen – aus dem Beitrag von zehn Euro, der an der Kasse erbeten wird, sowie aus weiteren Spenden und durch die Unterstützung von Sponsoren.

Der jeweilige Präsident entscheidet nicht nur über das Thema, sondern auch darüber, wohin das bei der Soirée gesammelte Geld fließt. Peter-Michael Himmel hat sich für die Lebenshilfe Kitzingen und deren neues Wohnprojekt in der Siedlung entschieden. „Das Projekt hat mich sehr überzeugt.“ Geschäftsführer Manfred Markert wird es in der Veranstaltung vorstellen, schließlich sollen die Spender wissen, wofür ihr Geld verwendet wird. Nicht nur das ist Himmel und dem Rotary Club bei der Auswahl der jeweiligen Spendenempfänger wichtig, sondern auch, dass das Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird, und nicht „in dunklen Kanälen verschwindet“. So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise vor Ort die Rappelkiste sowie Schwimmkurse für Flüchtlinge finanziell unterstützt, überregional ein Projekt des hiesigen Zahnarztes Dr. Georg Lilly auf den Philippinen oder der Bau einer Wäscherei für ein Krankenhaus in Nepal.

Die Förderung sozialer und kultureller Zwecke ist ein wichtiges Anliegen der Rotarier. Den Kitzinger Club gibt es seit 1966, er hat derzeit 52 Mitglieder. Diese Zahl ist seit Jahren konstant, pendelt zwischen 50 und 55 Personen, was nicht selbstverständlich ist – manch andere Clubs haben vorwiegend ältere Mitglieder und große Schwierigkeiten, Nachwuchs zu generieren. Peter-Michael Himmel ist seit 2010 beim Rotary Club Kitzingen. „Ich wurde damals angesprochen, ob ich mitmachen möchte.“ Ein Bierbrauer war seit Jahren nicht mehr im Club vertreten gewesen und da ein möglichst breites Spektrum an Berufen vertreten sein soll, lag es nahe, den Marktstefter zu fragen. Die Mitglieder bieten einen guten Mix aus verschiedenen Berufen, aber auch „aus jung und erfahren“, findet Himmel, der mit seinen 38 Jahren der Jüngste in der Runde ist. Das älteste Mitglied ist über 85 Jahre alt.

Die Soirée ist die größte und bekannteste Veranstaltung der Rotarier. Doch auch darüber hinaus sind sie äußerst aktiv. Es gibt wöchentliche Treffen mit Vorträgen von Mitgliedern und externen Referenten, Besuche in Museen oder von Betrieben, die Präsidentenfahrt, ein Picknick am Bildstock Richtung Birklingen, der in den 1980er Jahren vom Club gespendet wurde, Treffen mit anderen Clubs, gemeinsame Weinfest-Besuche und Schlachtschüssel-Essen sowie vor Allerheiligen einen Gräberrundgang, bei dem die Gräber aller verstorbenen Mitglieder besucht und Kränze niedergelegt werden.

Frauen gehören dem Rotary Club Kitzingen nicht an, sie sind bei Inner Wheel Steigerwald vertreten. Was aber nicht heißt, dass sie nicht an den Veranstaltungen und Meetings des Kitzinger Clubs dabei sein dürfen. „Wir machen vieles zusammen“, sagt Peter-Michael Himmel. Die traditionelle Soirée werden sich die Frauen auch dieses Jahr bestimmt nicht entgehen lassen.

Auf einen Blick: Soirée des Rotary Clubs Kitzingen am Sonntag, 19. Januar, um 16 Uhr in der Alten Synagoge Kitzingen mit einem Vortrag von Dr. Boris Nikolai Konrad zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Musikalische Umrahmung: Timo Lechner. Anschließend gibt es einen Umtrunk im Foyer. Als Beitrag zur Soirée wird gebeten, zehn Euro zu entrichten.