Karriertes Hemd, grüne Schärpe, den großen Römer in der Hand: So sieht die „Arbeitskluft“ von Simon Müller aus. Am kommenden Samstag wird er sie wieder mit großer Freude tragen. Der Weinprinz lädt zum „6. Possermer Weingenuss“.

Eine Weinprinzessin im Dirndl mit filigraner Krone auf dem Haupt: In der Regel repräsentieren Weinprinzessinnen die Weine der Gemeinden in der Region. Im Iphöfer Ortsteil Possenheim ist das anders, dort ist die Regentschaft in männlicher Hand. Eine fixe Idee aus dem Jahr 2014 ist inzwischen zu einer kleinen Tradition geworden.

Der Possermer Weingenuss ist eine relativ junge Veranstaltung. Das Fest wurde 2013 zur Einweihung des neu gestalteten Dorfplatzes ins Leben gerufen. Organisiert hat es die Possenheimer Jugend – und deren Engagement kam gleich beim ersten Mal hervorragend an. Inzwischen nimmt das Fest seinen festen Platz im Veranstaltungskalender ein. Die Organisation liegt nach wie vor beim Jugendverein, beim Aufbau und Ablauf packt dann das ganze Dorf mit an. Denn ganz alleine können die 20 Mitglieder des Vereins so ein Fest natürlich nicht stemmen.

Vier Weinhoheiten waren damals bei der Eröffnung des 1. Possermer Weingenusses dabei, aus Iphofen, Nenzenheim, Rödelsee und Hüttenheim. Doch warum sollte es nicht auch eine eigene Symbolfigur im Ort geben? Die Idee wurde umgesetzt und schon beim nächsten Weingenuss wurde der Vorsitzende der Possenheimer Jugend, Daniel Kräutlein, zum ersten Possenheimer Weinprinz gekürt. Nach zweijähriger Regentschaft trat Alexander Keßler die Nachfolge an, inzwischen geht Simon Müller in sein zweites Amtsjahr.

Es ist ein Job, der dem 22-Jährigen viel Spaß macht. Und dass er ihn drauf hat, bewies der junge Possenheimer schon bei der Amtsübernahme vor einem Jahr. „Wein ist für mich Lebensfreude, Geselligkeit und ein Gefühl der Heimat“, sagte er in einem seiner ersten Interviews, er lobte die schöne Landschaft mit Wald und Weinbergen, den tollen Dorfplatz mit Bachlauf und Pavillons, das schöne Weinfest.

Inzwischen hat er eine ganze Reihe von Terminen als Weinprinz absolviert und die Begeisterung für das Amt ist geblieben. Nicht nur, weil es ihm Spaß macht, an Weinfesten im Umkreis und an Empfängen teilzunehmen. Sondern auch, weil er viele positive Rückmeldungen erhält und überall gut aufgenommen wird. Dass er dazugehört, hat sich zum Beispiel am vergangenen Wochenende wieder gezeigt: Als er privat beim VR-Bank-Lauf in Kitzingen teilnahm, haben ihn die Weinprinzessinnen mit Applaus und Jubel empfangen. Auch seine Liebe zum Wein ist noch gewachsen. „Mittlerweile trinke ich am Abend sogar lieber ein Glas Wein als ein Bier“, erzählt er lachend.

Zu seiner Entscheidung, Weinprinz zu werden, steht Simon Müller auch nach einem Jahr Amtszeit zu 100 Prozent. Er repräsentiert gerne das Dorf und den Possemer Weingenuss. „Ich würde das sofort wieder machen.“ Wie lange seine Amtszeit dauern wird, steht noch nicht fest. Zwei Jahre waren seine Vorgänger jeweils im Amt, doch festgelegt ist die Dauer nicht. Auch das Prozedere der Amtsvergabe war bislang unterschiedlich: Der erste Weinprinz Daniel Kräutlein war in seiner Amtszeit Vorsitzender der Possenheimer Jugend. Nachfolger Alexander Keßler wurde dann per Abstimmung gewählt. Simon Müller dagegen war bei Amtsantritt wiederum Vorsitzender der örtlichen Jugend. Ein Job, den er Anfang des Jahres an seinen jüngeren Bruder Florian übergeben hat. Durchaus möglich also, dass die Krone – pardon, die Schärpe – in der Familie bleibt.

6. Possermer Weingenuss

Das Fest: Anlässlich der Einweihung der umgestalteten Dorfmitte wurde 2013 zum ersten Mal zu einem Weinfest nach Possenheim eingeladen. In diesem Jahr findet der Possermer Weingenuss zum 6. Mal statt. Gefeiert wird am Samstag, 9. Juni, am Dorfplatz.

Das Programm: Weinprinz Simon I. eröffnet den Weingenuss um 19.30 Uhr. Es spielt die Winzerkapelle Rödelsee. Angeboten werden Weine des Weinguts Wirsching (Iphofen) sowie der GWF, auch einen besonderen Prinzenwein wird es geben. An der Sektbar gibt es frische Wein- und Sektkreationen sowie einen eigenen „Weingenuss-Cocktail“. Auch Bier wird ausgeschenkt.

Für das leibliche Wohl ist mit Gegrilltem und vielen weiteren Snacks gesorgt.