Irene Elsäßer backt für ihr Leben gern. Vorwiegend trockene Kuchen, aber auch Torten und Plätzchen. Gerade in der Vorweihnachtszeit kommt ihr Ofen kaum zum Abkühlen. „Neue Rezepte von Bekannten oder aus Zeitschriften lassen mein Herz höher schlagen“, gesteht die gelernte Hauswirtschafterin und berichtet voll Freude von einem ganz besonderen Kuchenrezept, auf das sie vor einigen Jahren gestoßen ist – und das sie so schnell nicht mehr losließ.

„Bibelkuchen“ lautete der Titel – und nach Mehl und Eiern suchte man im Rezept vergeblich. Die Zutaten sowie die Zubereitung des Kuchens sind nämlich „verschlüsselt“ und mit Bibelstellen umschrieben. Eine knifflige Aufgabe also, die auf den jeweiligen Bäcker wartet. Irene Elsäßers Motivation war jedoch sofort geweckt, nachdem sie das Rezept von einer Freundin bekommen hatte.

Zuhause holte sie sogleich eine Bibel aus dem Regal und schlug alle Stellen nach. „Ob das wohl klappt?“, fragte sie sich – und tatsächlich stand nach einiger Zeit eine stattliche Anzahl an brauchbaren Zutaten auf ihrem Zettel. „Es ist wirklich erstaunlich, dass man alle Zutaten für diesen Kuchen in der Bibel findet“, staunt Irene Elsäßer auch heute noch und erzählt, wie sie sich freute, als sie beispielsweise unter „Numeri 17,23“ auf die erforderlichen Mandeln stieß.

Ein bisschen muss sie aber schließlich doch noch einlenken, bevor sie mit einem Schmunzeln zugibt: „Das Backpulver ist das einzige, was in der Bibel leider noch nicht bekannt war.“ Irene Elsäßer ist sich sicher: „Wer keine Bibel daheim hat, findet die Zutaten bestimmt auch alle im Internet. Ich bin da aber gerne etwas altmodisch.“

Selbstverständlich hat die Hauswirtschafterin nicht nur die Bibelstellen herausgesucht, sondern den Kuchen auch ausprobiert – „und es hat wunderbar funktioniert“. Ihr Fazit: „Er ist einfach zu backen und schmeckt so ähnlich wie Lebkuchen: sehr süß und würzig“. Sie selbst hat bei der Auswahl an Gewürzen Zimt verwendet.

Auch ihre Kolleginnen – Irene Elsäßer arbeitet in der Großküche eines Krankenhauses – sind schon in den Genuss des biblischen Kuchens gekommen. „Vom Kuchen und der originellen Form des Rezeptes waren alle begeistert“, erzählt sie. Jetzt will sie auch allen Lesern dieser Zeitung die Chance geben, das Rezept auszuprobieren (siehe Infokasten).

„Ich backe übrigens nicht nur für die Familie, sondern auch für verschiedene Vereinsfeiern, den hiesigen Markttag oder für meine Arbeitskolleginnen“, erzählt Irene Elsäßer. Auch für die Zeit nach Weihnachten hat sie schon wieder neue Ideen. Kürzlich hat sie Zwieback selbst gebacken. „Schmeckt vorzüglich zu lieblichem Wein“, schwärmt sie – und hat beschlossen, das Rezept im neuen Jahr gleich mal wieder auszuprobieren.

Bibelkuchen Rezept

Zutaten Teig: 250 g (Sprichwörter 30,33)

2 Tassen (Richter 14,18 Versanfang); 4 1/2 Tassen (1. Buch Könige 5,2), 2 Tassen (1. Buch Samuel 30,12 (2. Möglichkeit), 3/4 Tasse (1. Brief Korinther 3,2); 2 Tassen (Nahum 3,12), 1 Tasse (Numeri 17,23), sechs Stück (Jeremia 17,11 - nicht das Rebhuhn selbst!); 1 Prise (Matthäus 5,13), 4 bis 5 Teelöffel (Jeremia 6,20 – 2. Möglichkeit, nach Belieben), 3 Teelöffel Backpulver (leider in der Bibel noch unbekannt).

Zubereitung des Teigs: Sprichwörter 23,14 (erster Teil); Backzeit bei Mittelhitze in Minuten: Richter 10,4 (zwei bis drei Zahlen zusammenzählen).

Anregung zum Servieren: Lukas 14,12 bis -14