Es geht was voran, in der Memellandstraße in der Kitzinger Siedlung. Von außen sieht der Anbau an den St. Vinzenz-Kindergarten, Außenstelle Sonnenschein, schon ganz gut aus. Und von innen wird es bis zum Start des neuen Kindergartenjahres im September auch werden. Dorothea Graber und Klaus Rützel sind davon überzeugt.

Baustellenbesichtigung in der Kitzinger Siedlung: Schon von weitem ist der Kran zu sehen. Fährt man die Memellandstraße entlang, kommt auch der eingerüstete Kindergarten in den Blick. Seit Juli 2017 sind die Bauarbeiter dort am Werkeln. Erst erfolgten die Erdarbeiten, dann wurde die Bodenplatte fertiggestellt. Die Zimmerer konnten sich daraufhin an die Arbeit machen. Sie wurden abgelöst von den Dachdeckern und den Spenglern. „Es läuft gut“, freut sich Dorothea Graber vom städtischen Hochbauamt. Zusammen mit ihrem Vorgesetzten Klaus Rützel hat sie den Anbau im Blick, schaut mindestens einmal die Woche nach dem Rechten. Ihre Zwischenbilanz nach etwas mehr als der Hälfte der Bauzeit: Es läuft. Ein Grund: Es sind vor allem Firmen aus dem Kitzinger Umfeld beauftragt worden. Firmen, die schnell vor Ort und verlässlich sind. Manche haben sogar schon vor 24 Jahren mitgearbeitet, als der Neubau des Kindergartens in der Memellandstraße entstand. Architekt damals wie heute: Thomas Geiger.

Den Anbau hat Geiger quasi spiegelbildlich zum bestehenden Kindergarten geplant. Ausnahme: Ein rund 60 Quadratmeter großer Mehrzweckraum, ein Elternsprechzimmer und ein Behinderten-WC. „Bei zwei Gruppen wird ein zusätzlicher Raum für Bewegungsmöglichkeiten gefordert“, erklärt Dorothea Graber. 25 Kinder können in dem Neubau betreut werden – genau so viele wie im Altbau. Sie werden in hellen und gemütlichen Räumen spielen können.

Holz und Betonmodulsteine sind verbaut worden. Im Gruppenraum, mit direkter Anbindung an den Spielplatz, ist eine Galerie eingeplant worden: Spielen und Träumen auf zwei Stockwerken. Selbst das Dach dürfte den Kindern gefallen. Ein Teil davon wird begrünt. „Dank einer extensiven Begrünung bedeutet das keinen großen Pflegeaufwand“, erklärt Dorothea Graber. Mehr noch: Die Begrünung stellt einen zusätzlichen Schutz der Dachhaut dar. „Es kommt keine UV-Strahlung durch.“

Ein Großteil des Daches wird mit eine Photovoltaik-Anlage bestückt. Sie soll auf Alt- und Neubau Energie erzeugen. „Bei Neubauten ist es mittlerweile Pflicht, dass erneuerbare Energien mindestens 30 Prozent der benötigten Energie abdecken“, erklärt Rützel. Im Moment gehen die Planer davon aus, dass die Wärmepumpe dank der PV-Anlage etwa drei Viertel des Jahres autark arbeiten kann. „Natürlich soll unsere Wärmeerzeugung für die Kinder auch bildlich dargestellt werden“, versichert Dorothea Graber. Damit die Kleinen einen grünen Impuls fürs Leben bekommen.

1,27 Millionen Euro sind für den Anbau in der Memellandstraße eingeplant. Stand heute wird der Kostenrahmen eingehalten. Sobald die Verglasung fertig eingebaut und der Rohbau trocken ist, können die Arbeiten an der Dachdämmung und Dacheindeckung beginnen. Klaus Rützel ist guter Dinge, dass der Anbau im September eingeweiht werden kann – und dann 60 bis 80 Jahre lang den Kindern in der Siedlung als Anlaufstelle dienen wird.

Größe: Insgesamt beträgt die Nutzfläche nach der Fertigstellung des Anbaus fast 600 Quadratmeter.

Förderung: Die Kosten für die Erweiterung belaufen sich auf rund 1,27 Millionen Euro, wovon die Regierung von Unterfranken etwa 724 000 Euro zuschießt. Der restliche Eigenanteil der Stadt wurde, da es sich um ein Effizienzhaus 55 handelt, durch ein kostengünstiges KfW-Darlehen finanziert und zusätzlich bezuschusst.