Einmal würfeln, kurz überlegen, dann geht Agnes auf Knie, Füße und Hände. Erstaunlich flott meistert sie den Parcours rund um die Pylonen – und hat so auf spielerische Art erforscht, wie man sich auf sechs Körperteilen fortbewegen kann.

„Entdeck', was sich bewegt“, lautete in diesem Jahr das Thema am „Tag der kleinen Forscher“. Kindergärten, Horte und Schulen waren von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ aufgerufen worden, spielerisch auf Entdeckungsreise in Sachen Bewegung zu gehen. Dass der Kindergarten St. Michael in Etwashausen dabei mitmachen würde, war sofort klar. Schließlich ist die Einrichtung bei der Stiftung als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. Es gibt das ganze Jahr über verschiedene Projekte und Aktionen sowie eine Forscherecke. Dort können sich die Kinder – je nach Experiment auch mal ausgerüstet mit Forscherkittel und Forscherbrille – spielerisch mit den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft auseinandersetzen. So sammeln sie erste naturwissenschaftliche Erfahrungen.

Das Motto „Entdeck', was sich bewegt“, konnte man auf unterschiedliche Weise angehen. Manche Kindergärten schauten sich an, was um sie herum so alles kreucht, fleucht und flattert, andere bauten eine Kugelbahn, in München und Rostock wurden fantasievolle Kettenreaktionen gebaut und miteinander verbunden. In Etwashausen standen die Kinder selbst im Mittelpunkt: Sie bewegten sich auf unterschiedliche Art und Weise, schauten, welche Spuren sie hinterlassen, wie Bewegung auf den Körper wirkt, welche Folgen ihre Bewegungen haben.

Das große Schwungtuch zum Beispiel galt es so zu heben und zu senken, dass ein Ball darauf rollen konnte, aber nicht herunterfiel. „Dann müssen wir viel langsamer machen“, erkannte ein Junge ganz schnell, nachdem es beim ersten Mal nicht klappte. Und sofort wurde aus den hektischen Armbewegungen ein vorsichtiges Heben und Senken.

An der Slackline ging Erzieherin Pia den Kindern zur Hand – schließlich ist es nicht einfach, auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten schmalen Band zu balancieren. Auch hier war Umsicht angesagt: Nur wer ganz langsam und ohne groß zu wackeln einen Fuß vor den anderen setzte, erreichte das Ende der Strecke.

Wer sich schnell bewegt, kommt schnell voran. Das galt es beim Fahrzeugparcours zu beachten. Wo gelbe Pfeile auf den Boden gemalt waren, mussten die Kinder normales Tempo fahren, bei roten ganz schnell und bei blauen ganz langsam – vor allem letzteres fanden die quirligen Mädchen und Buben ganz schön schwierig. Wer die Aufgabe gemeistert hatte, konnte sich bei Erzieherin Anja einen Stempel für seinen Forscherpass holen.

Mut war bei der Station von Erzieher Andreas gefragt: Hier liefen die Kinder barfuß über verschiedene Materialien – Blätter, Steine, Sand, Holzperlen – und durch Flüssigkeiten. Im letzten Eimer schwamm sogar Eis, und das löste auch wieder Bewegung aus, denn die meisten sprangen blitzschnell aus dem Bottich heraus.

Doch nicht nur die „Raben“, „Bären“ und „Bienen“ erkundeten die Folgen ihrer Bewegungen, sondern auch die Krippenkinder: Die Minimäuse malten sich beispielsweise die Füße mit orangener Farbe an und tapsten damit über ein riesiges weißes Tuch – der Nachweis, dass man beim Laufen Spuren hinterlässt. Die erste Erfahrung mit der Wissenschaft – und sie machte sichtlich Spaß.