Schlechtes Wetter gibt es nicht. Zumindest nicht für Gerhard Güntner und seine Freunde vom Wander-Club Schiefer Turm in Kitzingen. Ein harter Kern von etwa zehn Wanderfreunden ist so gut wie jedes Wochenende unterwegs. Am 1. Mai bleiben sie allerdings in Kitzingen. Aufs Wandern verzichten sie trotzdem nicht.

Gerhard Güntner hat den kompakten Wanderführer auf den Tisch gelegt. Alle Wandertermine im Süddeutschen Raum sind dort verzeichnet. Güntner reizen vor allem die so genannten „Permanenten Wanderwege.“ Strecken, die beim Deutschen Volkssportverband aufgelistet sind und vorher auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden. In Franken gibt es etwa 40 solcher Strecken, in Kitzingen sind es ab dem 1. Mai zwei.

Vor sieben Jahren hat der Wanderclub die Strecke „Main und Wein“ von Sickershausen über Marktsteft und Hohenfeld eröffnet. Jetzt kommt der Weg „An den Ufern des Mains“ hinzu. Den Kitzingern dürfte die Streckenführung bekannt sein. Sie entspricht der Laufstrecke für den VR Bonuslauf und führt an den beiden Mainufern entlang. Start und Ziel ist die Tourist-Information.

Die längere Strecke (circa zehn Kilometer) geht von der Südbrücke ab in Richtung Innopark und von dort über die Felder in Richtung Maintal und Sulzfelder Straße. „Eine von zwei angebotenen Strecken sollte auf jeden Fall zehn Kilometer lang sein“, erklärt Güntner eine Vorgabe des Verbandes. Außerdem müssen alle fünf Kilometer Kontrollstellen mit Tafeln eingerichtet sein. Die Wanderer lesen darauf eine Buchstabenkombination, die sie in ihre Startkarte eintragen können. Stimmen alle Daten, gibt es am Ende des Weges einen Teilnahmestempel in ein Jahresheftchen.

Mindestens 100 solcher Stempel sammelt Güntner Jahr für Jahr. Mehr als 1000 hat er schon bekommen – dabei hat er erst vor acht Jahren mit dem Wandern begonnen. Eine Handverletzung hat ihn beim Kegeln behindert, also hat er sich eine andere Beschäftigung gesucht. Nach zwei Jahren Mitgliedschaft im Wander-Club wurde er zu dessen Vorsitzenden gewählt. Seither organisiert er nicht nur die Wochenendfahrten für den harten Kern, sondern auch alle zwei Monate einen größeren Ausflug. „Da fahren dann auch einige Saalwanderer mit“, sagt er. Bei einem Altersdurchschnitt von rund 65 Jahren und vielen passiven Mitgliedern gibt es eben auch die so genannten Saalwanderer – Menschen, die das Kaffeetrinken dem Laufen vorziehen.

Nach acht Jahren „Permanent-Wandern“ kennt Güntner fast alle Strecken in der näheren Umgebung. Von der Oberpfalz über die Fränkische Schweiz bis hin zum Hohenloher Land war er schon mehrmals unterwegs. Oft geht es am Wochenende schon früh um 7 Uhr los. Anfahrt, eine bis zwei Stunden wandern, Stempel holen, kurz zusammensetzen und wieder heimfahren. Wo der Reiz darin liegt? Güntner muss nicht lange überlegen. Die Bewegung an der frischen Luft tut gut, man trifft immer wieder alte Bekannte und die Stempel schauen einfach gut aus.

Je abwechslungsreicher die Strecke, desto schöner ist für ihn das Erlebnis. Die Wanderung rund um Bad Windsheim gefällt ihm gut, auch die Strecke bei Satteldorf. Natürlich mag er auch die beiden Kitzinger Strecken, die er jahrein, jahraus betreut. Sind die Kontrollstellen noch lesbar? Hängen die Aufkleber mit den Richtungspfeilen noch an den Laternenmasten? Gerhard Güntner macht sich auf den Weg und schaut nach – das Wetter ist ihm dabei ziemlich egal.

Termin: Der zweite „Permanente Wanderweg“ wird am 1. Mai offiziell eröffnet. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Marktplatz.

Vier „Permanente Wanderwege“ gibt es im Landkreis Kitzingen: Zwei in Kitzingen und jeweils einen in Dettelbach (Maintal-Wanderweg) und Marktbreit (Auf den Spuren der alten Römer).