Ein Blick auf die letzten Tage und die Diagnose ist klar: Nix los im Landkreis Kitzingen. Fast überall freie Parkplätze. Morgens kaum was los auf den Straßen. Und weil auch im Terminbuch der Redaktion die Leere gähnt, schweift der Blick aufs Jahr zurück, das sich in die Rente verdrückt.

Dass der Chef über 365 Tage seinen Job teilweise komplett versemmelt hat, zeigt sich schon in den USA. Die kriegen mit Donald Trump nicht nur einen Präsidenten, dessen Kopf jeder Frisur spottet und der auch unter der blondierten Matte wenig spirituelle Funken sprüht.

Herr lass Hirn regnen, hätten wir auch gerne den Engländern zugerufen, als sie Europa tschüss sagten und bis heute nicht mal die Scheidungspapiere beigebracht haben. Aber wie heißt es bei Asterix: Die spinnen die Briten.

Aber lassen wir das Schielen über den Teich. Hierzulande machte 2016 keinen schlechten Job. Bei Marshall Heights gingen die warmen Brötchen weg wie die 103 Texashäuser – oder umgekehrt. Und dass die Älteren unter uns noch erleben durften, dass sich irgendjemand des Ladenhüters Deustergartens erbarmt, ist fast ein Wunder.

Und weil ein solches einen Wunderwirker braucht, trat einer in Kitzingen groß auf – Fast-Ministerpräsidenten Markus Söder. 33 Millionen aus „meiner“ – hier hallte ein verbaler Trommelwirbel – Kasse werde er in das neue Staatsarchiv stecken, streute der Finanzminister ins Ohr der Prominenz im Rathaus.

Okay. Lassen wir die Häme. Der Deustergarten ist endlich unter Dach und Fach. Nach 20 Jahren. Das macht Hoffnung. Beispielsweise für den Bahnhof. Dessen Umfeld ist ebenfalls seit Urzeiten im Gespräch. Und weil erst der Stadtrat die Entwicklungen verschlummert hat und nach dessen Erwachen die Bahn mit ihrem angekündigten Bahnhofsverkauf die städtischen Pläne untergepflügt hat, harren wir der Dinge.

Aber, wie gesagt. Manches braucht seine Zeit. Beispielsweise ich. Als Skifahrer. Vor eineinhalb Wochen habe ich die Totalverweigerung eines Helms gestrichen. Spontan. In einem Moment plötzlicher Weisheit, wie die beste aller Ehefrauen sagt. Und so möchte ich mir und der Welt im neuen Jahr eines wünschen: Mehr Hirn. Für alle.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.