Sommerliche Randnotizen (1): Was soll man jetzt von diesem Sommer halten? Eine Teilzeit-Kraft mit Tendenz zur Arbeitsverweigerung? Nichts halbes, nichts ganzes.

Dabei hatten wir dem Sommer gleich zu Beginn eine Freundschaftsanfrage geschickt, die aber bis heute nicht angenommen wurde. Und so weiß wieder keiner, ob das Glas mit dem Sommer nun halb voll oder halb leer ist – wahrscheinlich stimmt am Ende wieder beides.

Selbst Hilfeschreie wie „Sommer! Ich wäre dann soweit!“ halfen bisher kaum weiter. Zunehmend drängt sich der Eindruck auf, dass der Sommer dieses Jahr mit dem Montag verwandt ist. Entsprechend groß das Rätselraten, in welcher Woche sich der Sommer letztlich wohl verstecken wird – falls es überhaupt zu einer Sommer-Woche reicht. Was umso bitterer ist, als es ja im Grunde sowieso nur zwei Jahreszeiten gibt: Sommer und Warten-auf-den-Sommer.

Trotzdem – die Vorfreude kann uns keiner nehmen. Nicht einmal das Wetter. Endlich wieder barfuß. Spuren im Sand. Speisekarten, auf denen so wunderbare Dinge stehen wie Leuchtturmwärter (Nudeln mit Tomaten-Sauce), Möwennest (Bratwürstchen mit Bratkartoffeln) oder Hafenmeister (knusprige Fischstäbchen mit Pommes).

Endlich wieder mehr Zeit für den Partner. Da kann man . . . der Kollege meint gerade, dass an dieser Stelle vielleicht besser ein Wort der Warnung angebracht sei. 24 Stunden aneinander zu kleben, könne durchaus gewisse Risiken und Nebenwirkungen beinhalten. Es soll schon vorgekommen sein, dass Paare in den Urlaub starteten– und als überzeugte Singles zurückkehrten.

Was aber nicht sein muss. Als hilfreich hat sich erwiesen, wenn der Mann einfach mal die Frau machen lässt. Die Strategie ist denkbar einfach: Kleine Entscheidungen fällt die Frau. Große Entscheidungen fällt der Mann. Wobei man wissen muss, dass es im Sommerurlaub keine großen Entscheidungen gibt.

(Fortsetzung folgt)