Man sieht sie schon weit aus der Ferne, majestätisch ragt sie auf dem Sonnenberg über dem Dorf Gaibach bei Volkach in die Höhe: die Konstitutionssäule. "Sie wurde von Hofarchitekt Leo von Klenze als Erinnerung an die bayerische Verfassung des Jahres 1818 erbaut", erzählt Herbert Meyer. "Bei der Einweihung war König Ludwig I. persönlich anwesend." Vorbild des mit Muschelkalk aus Franken errichteten Bauwerks war die Vendome-Siegessäule in Paris. Im Anschluss an den Bau feierte man ein alljährliches Verfassungsfest.

1832 kam es zum Eklat: Der damalige Würzburger Oberbürgermeister Wilhelm Joseph Behr hatte beim Konstitutionsfest an der Säule gerade eine flammendene Rede für Freiheit, Liberalität und gegen Pressezensur gehalten, da wurde er von der begeisterten Menge hochgehoben, und man proklamierte ihn jubelnd als "Frankenkönig". Dies galt als Hoch- und Landesverrat: Behr wurde der Prozess gemacht, er kam ins Staatsgefängnis, die Veste Oberhaus in Passau. Erst Jahre später wurde er wieder freigelassen.

Wie wird die Säule, die von Bewohnern der Mainschleife auch liebevoll "Konsti" genannt wird, heute genutzt? "Gelegentlich gibt es Verfassungsfeiern zur Bayerischen Einigung, die Jugend hat in der Vergangenheit dort 'Konsti-Feten' veranstaltet - und beim Tag des offenen Denkmals ist die Säule auch für die Öffentlichkeit zugänglich", so Meyer. Ein Aufstieg sei aus baupolizeilichen Gründen aber leider nicht möglich.